Die Nachfrage nach Fachmärkten ist weiterhin hoch, das drückt die Renditen Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im ersten Halbjahr 2017 wurden laut JLL in Deutschland Fachmärkte, Fachmarktzentren, Supermärkte und Discounter mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro gehandelt. Dabei zeichnet sich ein Trend ab: Die Zahl der Transaktionen wächst, die Volumina der gehandelten Objekte werden kleiner. Deals mit Portfolios gingen im Schnitt von 80 Millionen Euro auf 57 Millionen Euro zurück, die einzelner Immobilien von 11,3 auf 10,8 Millionen Euro.

"Haben die fünf größten Transaktionen im ersten Halbjahr 2016 noch 39 Prozent des Gesamtvolumens ausgemacht, waren es diesmal nur noch 34 Prozent", sagt Sandra Ludwig, Head of Retail Investment JLL Germany. Nach Angaben des Immobilienberaters Savills sind alleine im ersten Quartal des Jahres die Investitionen in Fachmarktzentren um 181 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen.

Das Gesamttransaktionsvolumen hat aber JLL zufolge im ersten Halbjahr 2017 nur noch leicht um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen, nach starken Zuwächsen in den vergangenen Jahren.

Bis Ende Dezember erwartet JLL mehrere dreistellige Millionentransaktionen und auch wieder mehr Portfolio-Deals.

26 Prozent der Investoren kommen aus dem Ausland

Internationale Anleger waren laut JLL zwar weiterhin sehr aktiv, deutsche Investoren zeichneten jedoch in den ersten sechs Monaten des Jahres für 74 Prozent des Umsatzes verantwortlich (Vorjahr: 55 Prozent).

"Wir sehen, dass sich die deutschen Investoren schneller auf das gestiegene Preisniveau und die Marktgegebenheiten eingestellt haben", erklärt Ludwig die Anteilsverschiebung.

Dem jüngsten Hahn-Report zufolge wollen nur noch 57 Prozent der Anleger in Fachmarktzentren und High Street Immobilien investieren, nach 76 Prozent im Jahr zuvor. 

Spezialfonds investierten 600 Millionen Euro. Sie spezialisierten sich vor allem auf den Einzelhandel. Am meisten verkauft haben nach Angaben von JLL die Projektentwickler: Sie bauten ihre Bestände um 360 Millionen Euro ab. Auch Corporates agierten nahezu ausschließlich als Verkäufer.

Rendite gibt um fünf Basispunkte nach

Regional betrachtet lagen bei den Transaktionen in den vergangenen 24 Monaten Nordrhein-Westfalen und Bayern vorne: Hier wurden Fachmärkte im Wert von jeweils rund 700 Millionen Euro gehandelt. In Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen lag das Volumen jeweils zwischen 500 und 700 Millionen Euro.

Die ungebrochen hohe Nachfrage wirkt sich JLL zufolge weiter auf die Rendite aus: Die Nettoanfangsrendite einzelner Fachmärkte gab um fünf Basispunkte nach und liegt nun bei 5,4 Prozent. Die Spitzenrendite ist stabil bei 4,9 Prozent. CBRE sieht trotz steigendem Anlagedruck und sinkenden Renditen noch keinen Anlass zur Sorge: Im Zehnjahresschnitt stehe der Markt gut da.

„Hier erwarten wir angesichts der hohen Nachfrage bis Jahresende eine erneute Bewegung auf 4,8 Prozent“, prognostiziert Ludwig.

Ungewöhnlich großes Interesse zeigen JLL zufolge derzeit Versorgungswerke und Versicherungen, die über hohe Eigenkapitalquoten verfügen und angesichts einer sich abzeichnenden Zinswende dadurch beim Bieterwettbewerb im Vorteil sind.

Und der Wiesbadener Immobiliendienstleister Heico hat erst kürzlich eine deutsche Versicherung bei der Auflegung eines Immobilienfonds als Alternative Investment Fund für deutsche Handelsimmobilien beraten.

Schlagworte zum Thema:  Fachmarkt, Discounter, Supermarkt

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