18.08.2014 | Umfrage

Stadtentwicklung: Facebook und Co. helfen beim Austausch mit Bürgern

Städte im Südwesten nutzen zunehmend soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter.
Bild: Michael Bamberger

Städte im Südwesten Deutschlands setzen soziale Netzwerke ein, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Beispielsweise bei neuen Stadtentwicklungen, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch übers Netz zu Wort melden können.

Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa sind dabei neben dem Branchenriesen Facebook vor allem der Online-Nachrichtendienst Twitter sehr beliebt. Die meisten Kommunen sehen in den sozialen Netzwerken zusätzliche Kanäle für die Verbreitung offizieller Mitteilungen oder zur Werbung für Veranstaltungen. Daneben verfolgen die Verantwortlichen in mehreren Städten die Diskussionen im Netz, um Anregungen zu finden und neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. 

Die Stadt Stuttgart versucht auf den mitgliederstarken Portalen Facebook und Twitter, einen „Dialog mit den Bürgern herzustellen“, wie Sprecherin Ulrike Bretz erklärt. Man habe gute Erfahrungen damit gemacht, es sei jedoch aufwendig. In Karlsruhe sieht man die Rolle der Sozialen Netzwerke kritischer: Bürgerbeteiligung - etwa bei Projekten zur Stadtentwicklung - werde zwar zunehmend wichtiger. „Hierbei ist allerdings fraglich, ob Facebook und Twitter die geeigneten Kanäle sind, um solche Prozesse abzubilden.“ In Pforzheim nutzt man gleich alle großen Internetdienste, um Mitteilungen vom Rathaus zu den Nutzern von Facebook, Twitter, Google+ und Youtube zu bringen.

Verschiedene Portale werden genutzt 

Die Entscheidung zwischen den verschiedenen Portalen fällt im Land unterschiedlich aus: In Ludwigsburg und Aalen schwört man auf den Marktführer Facebook. Die Freiburger Stadtverwaltung hingegen setzt ganz auf Twitter. Im April 2008 ist Freiburg mit einem offiziellen Info-Account als erste deutsche Stadt dort beigetreten, wie Sprecherin Edith Lamersdorf erklärt. Eine Facebook-Seite für Freiburg gebe es bewusst nicht, sagt Lamersdorf. „Wir wollen unsere Bürger nicht zwingen, sich bei einem Anbieter anzumelden, der es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt“. Hingegen ließen sich Ludwigsburg und Aalen von den Facebook-Möglichkeiten überzeugen, die amtlichen Texte mit Bildern und Videos interessanter zu gestalten. 

Die Städte sind sich der Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung ihres Namens bewusst und beobachten das genau. Die Stadt Emmendingen hat in der Vergangenheit bereits sichergestellt, dass fälschlich im Namen der Stadt angelegte Accounts gelöscht oder umbenannt wurden.

Schlagworte zum Thema:  Facebook, Twitter, Umfragen

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