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Investmentmarkt Deutschland: Höhepunkt des Transaktionszyklus erreicht

Immer mehr Investoren setzen auf Städte wie Dresden
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Die Stimmung am deutschen Investmentmarkt wird auch 2016 gut bleiben. Das bestätigten 95 Prozent der für die Trendumfrage von Ernst & Young (EY) Real Estate befragten Experten. 2015 erreichte das Transaktionsvolumen mit 79 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Der Höhepunkt des Transaktionszyklus sei aber erreicht, für 2016 rechnet EY mit einem Rückgang auf etwa 62 Milliarden Euro.

Rund 85 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich das Angebot verknappen wird, 80 Prozent gehen davon aus, dass die Preise in stark nachgefragten zentralen Lagen (Core) in den Top-7-Städten überhitzen.

Im Bürosegment rechnet die Mehrheit der Befragten in A- (63 Prozent) und in B-Lagen (57 Prozent) mit weiteren Preissteigerungen. Eine besondere Preisdynamik werden für Hotelimmobilien in Bestlagen erwartet: Während hier im vergangenen Jahr nur 24 Prozent von steigenden Preisen ausgingen, sind es in diesem Jahr 56 Prozent.

Leipzig und Dresden teilweise über dem Anteil von A-Standorten

Berlin bleibt für Investitionen in Büroimmobilien der attraktivste Standort. Nachdem sich im Vorjahr insgesamt 16 Prozent der Umfrageteilnehmer für die Hauptstadt ausgesprochen haben, hat sich dieser Wert im aktuellen Trendbarometer auf 17 Prozent erhöht. Dicht dahinter folgt München mit 16 Prozent (2015: 17 Prozent). Auch bei den Wohnimmobilien bleibt die Hauptstadt trotz eines leichten Rückgangs des Anteils von 21 auf 16 Prozent deutlich im Investmentfokus der Umfrageteilnehmer.

Städte wie Leipzig und Dresden werden allerdings zunehmend als attraktive Standorte wahrgenommen und liegen mit insgesamt elf Prozent teilweise über dem Anteil einiger Top-7-Standorte.

Mehr spekulative Projektentwicklungen erwartet

Im Einzelhandelssegment steht Hamburg 2016 an erster Stelle, wenngleich sich der Anteil der Investoren mit dem Fokus auf dortige Handelsimmobilien von 17 Prozent im letzten Jahr auf nunmehr 14 Prozent verringert hat. Mit Berlin, Düsseldorf und München stehen gleich drei Topstandorte auf dem zweiten Platz; Frankfurt am Main folgt mit einem Anteil von zehn Prozent dahinter.

81 Prozent der Befragten erwarten eine spürbare Zunahme spekulativer Projektentwicklungen. Im vergangenen Jahr waren es noch 62 Prozent. Allerdings geben auch 77 Prozent der Befragten zu bedenken, dass die technische Inbetriebnahme von Bauleistungen ein zunehmender Risikofaktor der Projektentwicklung ist - zumindest für komplexe Großprojekte.

Auswirkungen der Zuwanderung auf den Immobilienmarkt

Rund 83 Prozent der Befragten stellen fest, dass der Zuzug von Flüchtlingen die deutsche Immobilienwirtschaft wesentlich beeinflusst. So seien Containerdörfer teilweise teurer als langfristig nutzbare Neubauten.

Das zweite große Thema der Wohnungswirtschaft ist die Mietpreisbremse. 95 Prozent der Befragten halten die Berechnungsgrundlagen für mangelhaft. Statt den Mangel zu regulieren, müsse preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden, sagen die Studienautoren. Nach jüngsten Schätzungen würden rund 400.000 Wohnungen jährlich benötigt.

Die Umfrage von EY Real Estate hat im Oktober 2015 stattgefunden. Rund 150 Investoren haben teilgenommen. Das Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt erscheint jährlich seit 2007.

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Haufe Online Redaktion

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