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Diskussionsrunde: Pflegeimmobilien locken mit sicheren Cashflows

Diskutierten die Attraktivität von Investitionen in Pflegeimmobilien (v.l.n.r.): Held, Rocholdt, Hammann, Nagel und Lohr
Bild: Haufe Online Redaktion

Pflegeheime als Betreiberimmobilien erfordern ein spezifisches Know-how, unter anderem wegen der umfangreicheren gesetzlichen Regulierungen und der Wahrscheinlichkeit politisch initiierter Änderungen. Dem stehe jedoch ein steigender Bedarf und langfristig sichere Cashflows gegenüber, so die Quintessenz einer Diskussionsrunde auf der Expo Real über erfolgreiches Entwickeln, Investieren und Betreiben von Pflegeimmobilien.

„Die Entwicklung des Angebots bleibt im Pflegeimmobilienmarkt derzeit eindeutig hinter der Nachfrage zurück“, sagte Michael Held, Geschäftsführer von Terragon Investment, die Sicht des Betreibers. Steigende Baukosten und der höhere Aufwand zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen ließen sich nicht durch adäquate Mietsteigerungen auffangen. Insbesondere die Akquisition geeigneter Grundstücke gleiche einer „Trüffelsuche“.

Chancen sah Held in einer stärkeren Fokussierung auf barrierefreies Bauen, das aufgrund der größeren Nutzergruppe bezahlbares Wohnen auch im Alter ermögliche.

Der deutsche Pflegeimmobilienmarkt gewinne "insbesondere für ausländische Investoren an Zugkraft", stellte Dirk Richoldt, Head of Real Estate Finance Germany bei CBRE, fest. Die langfristig sicheren Cashflows stellten ein Surrogat für Anleihen dar. Das große Interesse bei einem gleichzeitig knappen Angebot führte aber bereits zu einem leichten Renditerückgang, wie eine Analyse von CBRE des ersten Quartals 2016 zeigte.

„Die größte Herausforderung stellt künftig die Akquirierung von qualifiziertem Personal dar“, sagte Torsten Hammann, Generalbevollmächtigter des Verbands und seiner Gesellschaften AWO Hessen-Süd. Die geringste Auslastung wiesen erfahrungsgemäß neu errichtete Heime auf, da diese auf Personalabwanderungen aus bestehenden Betrieben angewiesen sein.

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sagte Jens Nagel, Geschäftsführer von Hemsö. Alle 25 Jahre müsse eine Grundsanierung einkalkuliert werden. Der Reinvestitionsbedarf sei erheblich. Der Kapitaleinsatz bei der Sanierung von Bestandsimmobilien entspreche häufig 100 Prozent des Kaufpreises.

„Die Finanzierung von Pflegeimmobilien erfordert trotz überschaubarer Ticketgrößen eine intensive Prüfung. Insbesondere die schwer kalkulierbaren Entwicklungen der politischen Rahmenbedingungen führte in der Vergangenheit zu einer gewissen Zurückhaltung der Banken“, fasste Lothar Lohr, Direktor Kundenbetreuung Managementimmobilien Bayrische Landesbank, zusammen.

Laut Savills ist der Markt für Pflegeimmobilien nach wie vor ein Wachstumsmarkt – 300.000 Betten würden bis 2030 benötigt.

Schlagworte zum Thema:  Cashflow, Expo Real, Pflegeheim

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