25.01.2013 | Jones Lang LaSalle

Europäischer Mietpreisindex sinkt auch im 4. Quartal 2012

Bürogebäude Sky Office: In Düsseldorf stiegen die Mieten am stärksten
Bild: Orco Germany

Der europäische Mietpreisindex von Jones Lang LaSalle zeigt von Oktober bis Dezember 2012 bereits das vierte Quartal in Folge eine Entwicklung mit Negativ-Vorzeichen (-0,6 Prozent). Den stärksten Preisanstieg bei Büromieten verzeichnete Düsseldorf, gefolgt von Lyon und Luxemburg.

Zwar blieben die Mieten im Quartal in 18 Index-Städten stabil, der Anstieg in Lyon (+5,6 Prozent), Düsseldorf (+4,0 Prozent) und München (+1,6 Prozent) konnte die Rückgänge in Moskau (-4,2 Prozent), Mailand (-3,8 Prozent) und Paris (-3,1 Prozent) allerdings nicht gänzlich ausgleichen.

In neun Märkten lagen die Spitzenmieten Ende 2012 unter dem Vorjahresniveau, darunter Paris (-7,2 Prozent), Dublin (-6,3 Prozent), Madrid (-5,8 Prozent) und Mailand (-5,7 Prozent).  Auf der anderen Seite verzeichneten im Jahresvergleich 2012 acht Index-Städte (mit Ausnahme von Frankfurt auch alle deutschen Immobilienhochburgen im Index) einen Anstieg der Spitzenmieten, angeführt von Düsseldorf (+8,3 Prozent), Lyon (+5,6 Prozent) und Luxemburg (+5,3 Prozent). In London und sechs weiteren Märkten blieben die Mieten im Jahresvergleich unverändert.

Polarisierung  innerhalb der europäischen Märkte

Die meisten Märkte bewegen sich entweder im Quadranten "Verlangsamtes Mietpreiswachstum" (darunter auch Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg und München) oder im Quadranten "Verlangsamter Mietpreisrückgang".

Mit London hat sich auf Basis des Mietpreiswachstums in der City und weiteren starken Wachstumsprognosen im 4. Quartal  2012 ein erster Markt innerhalb seines Mietpreis-Kreislaufs verschoben von Position "verlangsamt" Ende September auf "beschleunigt" Ende des Jahres.

Andere Märkte könnten mit einiger Verzögerung folgen. Unterm Strich wird allerdings für 2013 bestenfalls ein geringes Mietpreiswachstum erwartet. Die Spitzenmietpreisentwicklung in den vergleichsweise robusten Volkswirtschaften Deutschland oder Skandinavien dürften weiter an Dynamik verlieren. In Ländern, die durch die Euroschuldenkrise am stärksten betroffenen sind, ist mit weiteren Mietpreisrückgängen zu rechnen. Europaweit erscheint aus heutiger Sicht ein Anstieg der Mieten ab 2014 möglich, eine nachhaltigen Erholung der konjunkturellen Lage vorausgesetzt.

Viertes Quartal auf Nachfrageseite am umsatzstärksten

Der Büroflächenumsatz erreichte im 4. Quartal 2012 2,9 Millionen Quadratmeter, ein Plus von elf Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal, gleichzeitig fünf Prozent unter dem Fünf-Jahres - und zwei Prozent unter dem Zehn-Jahresschnitt.

Insbesondere Mittel- und Osteuropa konnte einen starken Anstieg verzeichnen (+49 Prozent), dynamisiert von einem regen Markt in Moskau (fast eine Verdoppelung). Auch Prag registrierte ein um ein Drittel höheres Volumen bei gleichzeitigem Rückgang in Budapest und Warschau um ein Fünftel. Im Gegensatz dazu blieb das aggregierte Umsatzvolumen in Westeuropa im 4. Quartal auf Vorjahresniveau. Verantwortlich dafür zeichnete vor allem die Umsatzentwicklung in Paris, dem größten Büroflächenmarkt Europas (-30Prozent).

Positiv sind die Vorzeichen in den deutschen Indexmärkten: Frankfurt +75 Prozent, Düsseldorf +37 Prozent, Hamburg +14 Prozent, Berlin +12 Prozent und München +4 Prozent.

Gesamtjahres-Performance rückläufig

In der Gesamtjahres-Performance entwickelte sich der Umsatz 2012 in Europa rückläufig: Zu notieren war ein Minus von zehn Prozent auf 10,3 Millionen Quadratmeter im Ein-Jahresvergleich, der Fünf-Jahresschnitt wurde um sieben Prozent verfehlt, das Zehn-Jahres-Durchschnittsniveau in etwa erreicht.

Überdurchschnittlich war mit -18 Prozent der Rückgang in Mittel- und Osteuropa, stark beeinflusst von Moskau, dem größten Markt der Region (- 21Prozent). Warschau als Ausnahme kam gegenüber 2011 auf ein Umsatzplus von fünf Prozent.

Fast unverändert zeigten sich London und Paris. Schwach dagegen die südeuropäischen Index-Städte Madrid  (-25 Prozent), Mailand (-22 Prozent) und Barcelona (-21 Prozent). Aber auch drei deutsche Index-Städte (Hamburg -19 Prozent, München -15 Prozent, Düsseldorf -12 Prozent) bewegten sich 2012 zweistellig unter ihren Umsatzergebnissen des Vorjahres. Nur Frankfurt punktete mit einem starken Plus von knapp 21 Prozent.

Der Mietpreisindex von Jones Lang LaSalle basiert auf der gewichteten Performance von 24 Index-Städten: Amsterdam, Barcelona, Berlin, Brüssel, Budapest, Den Haag, Dublin, Düsseldorf, Edinburgh, Frankfurt, Hamburg, London, Luxemburg, Lyon, Madrid, Mailand, Moskau, München, Paris, Prag, Rotterdam, Stockholm, Utrecht und Warschau.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Mietpreisindex

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