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Europäischer Logistikmarkt mit großen regionalen Unterschieden

Die Schwere geht weiter auf: Auch beim Unterschied moderne Fläche und Bestandsobjekte
Bild: Haufe Online Redaktion

Europas Logistikmarkt zeigt sich sehr uneinheitlich. Grund sind unterschiedliche ökonomische Rahmenbedingungen der Märkte. Zudem geht die Schere zwischen qualitativ hochwertigen, modernen Flächen und Bestandsobjekten weiter auf. Zu diesem Ergebnis kommt BNP Paribas Real Estate.

Die Eurozone verzeichnete 2012 einen Rückgang des BIP um 0,5 Prozent sowie ein deutliches Minus bei der Industrieproduktion. Infolgedessen verlor der Markt für Logistikflächen in der Größenklasse über 5.000 Quadratmeter deutlich an Fahrt.

Auch der deutsche Markt schwächte sich nach den außerordentlich hohen Flächenumsätzen im Rekordjahr 2011 ab, erzielte aber im vergangenen Jahr dennoch ein sehr gutes Ergebnis. Demgegenüber brach der Markt in Frankreich deutlich ein. Hier erreichten die Flächenumsätze ein Volumen von insgesamt 1,76 Millionen Quadratmetern und fielen damit auf das Niveau von 2010 zurück.

Das äußerst eingeschränkte Angebot an verfügbaren größeren, neu errichteten Lagerflächen stärkt auch weiterhin die Nachfrage von Nutzern, die sich für schlüsselfertige Projekte entscheiden. Auch wenn sich die Spitzenmieten in den meisten europäischen Ländern stabilisiert haben, bieten einige Märkte aufgrund des Mangels neuer Lagerflächen Potenzial für Mietpreissteigerungen.

Investoren bevorzugen weiterhin die solidesten Märkte

In Deutschland, Frankreich und Schweden verzeichneten Logistik- und Light-Industrial-Investments einen Zuwachs von mehr als 40 Prozent und erreichten ein Gesamtvolumen von 4,44 Milliarden Euro. Spitzenreiter bleibt mit einem Investitionsvolumen von 4,37 Milliarden Euro unverändert Großbritannien.

Die Logistik- und Light-Industrial-Investitionen sind in den meisten europäischen Ländern gestiegen. Ungeachtet dessen bleibt in Italien, Portugal und Spanien, wo das Investitionsvolumen in 2012 beinahe historische Tiefststände erreichte, die Finanzierung nach wie vor schwierig. Die Spitzenrenditen blieben 2012 relativ stabil und liegen in Deutschland, Schweden und Großbritannien weiterhin unter sieben Prozent.

Im ersten Quartal 2013 setzte sich die Abkühlung auf den meisten europäischen Märkten vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen fort. Der deutsche Markt bleibt zwar äußerst lebhaft, verzeichnet jedoch im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres bei den Flächenumsätzen für Logistikimmobilien in der Größenklasse über 5.000 Quadratmeter einen Rückgang um sieben Prozent.

Jahresauftakt in Frankreich besonders schwierig

Logistikunternehmen sind vorsichtiger, und die Abkühlung der deutschen Wirtschaft beeinflusst ihre Entscheidungen im Hinblick auf einen Standortwechsel oder auf das Anmieten neuer Flächen. In Frankreich gestaltete sich der Jahresbeginn besonders schwierig. Hier gingen die Flächenumsätze im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 30 Prozent zurück. Für die kommenden Quartale wird zwar eine Erholung erwartet, trotzdem dürfte das Umsatzvolumen 2013 insgesamt auf niedrigem Niveau verharren, insbesondere aufgrund des schleppenden Wirtschaftswachstums, des stagnierenden Konsums privater Haushalte und der anhaltend rückläufigen Industrieproduktion.

Für Großbritannien sind die Aussichten freundlicher. Hier hat sich der Flächenumsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2012 um sieben Prozent erhöht. Der Markt wurde vor allem von Vertragsabschlüssen über große, schlüsselfertige Projekte getrieben. Allerdings fiel der Markt in Birmingham (der größte in Großbritannien) auf das niedrigste Niveau seit 2010 zurück.

Nachhaltigkeit, Kosten, Standort und Gebäudehöhe sind Schlüsselkriterien für Nutzer

Für die Studie "Warehouse of the Future", die in Zusammenarbeit mit Gazeley und Legal & General erstellt wurde, befragte BNP Paribas Real Estate führende Einzelhändler, Logistikdienstleister und Hersteller in Großbritannien zu ihren Prioritäten als Nutzer moderner Logistikflächen. Demnach sind Nachhaltigkeit, Kosten, Standort und Gebäudehöhe Schlüsselkriterien für die Logistikimmobilie der Zukunft.

Dabei steht der Studie zufolge die Nachhaltigkeit an erster Stelle. 86 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Nachhaltigkeitsinitiativen in Zukunft für den Logistiksektor an Bedeutung gewinnen werden. Die Ergebnisse zeigen ebenfalls, dass mehr als zwei Drittel der befragten Nutzer bereit wären, einen Mietzuschlag für ein grünes Gebäude zu zahlen, wenn sie im Gegenzug Einsparungen bei den laufenden Betriebskosten erzielen könnten. Darüber hinaus erklärten 76 Prozent der angesprochenen Unternehmen, dass sie sich bevorzugt für eine Immobilie entscheiden würden, die mit Hilfe alternativer Energien wie Windenergie, Solarenergie, Energie aus Biomasse oder Strom aus Müllverbrennungsanlagen betrieben wird.

Im Hinblick auf die Bauweise der neuen Logistikimmobilien brachten die Befragten eine starke Präferenz für Cross-Docking-Anlagen zum Ausdruck. 87 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass dieses Modell bei ihrer Zukunftsplanung eine Rolle spielen wird. Ein ähnlich hoher Anteil (83 %) war zudem der Auffassung, dass die Traufhöhe neuer Gebäude bei mindestens 10 Metern liegen sollte. Von diesen gaben wiederum 43 Prozent an, Hochregal-Lösungen zu bevorzugen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Logistikimmobilie, Europa

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