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Studie: Europäische Immobilieninvestoren internationalisieren sich nur zögerlich

Europäische Investoren bewegen sich am liebsten innerhalb Europas
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Europas Immobilienmanager konzentrieren sich vor allem auf ihre Heimatmärkte: Im Durchschnitt stammen 86 Prozent der Kunden und 91 Prozent des verwalteten Vermögens aus europäischen Ländern, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft PwC zeigt. „Wer Wachstumschancen nutzen will, sollte die Internationalisierung entschlossen vorantreiben“, sagt Jürgen Buchelt, Direktor bei PwC.

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass es erhebliche Unterschiede in Sachen Effizienz gibt: Die Relation zwischen der Zahl der Angestellten und dem verwalteten Vermögen weicht in der Branche stark voneinander ab. „Die Studie zeigt, dass viele Immobilienmanager gerade im Back Office noch nach dem besten Modus Operandi suchen“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, Partnerin bei PwC.

Das lässt sich nur zum Teil durch unterschiedliche Geschäftsmodelle erklären: Teile der Branche stehen noch am Anfang, wenn es darum geht, Prozesse zu automatisieren und zu standardisieren. So zeigt die Studie, dass spezialisierte Softwareprogramme in vielen Bereichen nur selten zum Einsatz kommen.

Viele Unternehmen haben aber inzwischen erkannt, dass Handlungsbedarf besteht, nicht nur, um effizienter zu werden, sondern auch wegen gestiegener Kundenerwartungen im Zeitalter der Digitalisierung. Sie reagieren darauf zum Beispiel mit neuen Strategien in Bereichen wie Vertrieb und Customer Relations.

Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden steigt

Ein weiterer Treiber für Veränderungen ist die steigende Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden. Der Studie zufolge beziehen inzwischen rund 40 Prozent der Anbieter bei der Auswahl von Immobilien ökologische Kriterien ein. „Angesichts der Tatsache, dass Verantwortliche das Thema Nachhaltigkeit als Top-Priorität einstufen, sehen wir in der praktischen Anwendung im täglichen Geschäft noch viel Aufholbedarf“, sagt Buchelt.

Die Umfrage fand unter 23 führenden europäischen Investmentgesellschaften und Versicherern statt, die gemeinsam Immobilienvermögen im Wert von 230 Milliarden Euro verwalten, untersucht die Geschäftsmodelle sowie die Organisationsstrukturen im Front, Middle und Back Office der europäischen Real Estate Asset Management-Industrie und geht auf Führungsstrukturen, Produkte, Dienstleister, Bewertungsprozesse und Reporting ein.

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