29.02.2016 | Union Investment

Europäische Investoren bleiben risikofreudig

80 Prozent der Befragten erwarten, dass 2016 vor allem risikobehaftetere Portfolios verstärkt gehandelt werden.
Bild: Veer Inc.

86 Prozent der Profianleger glauben, dass in den nächsten zwölf Monaten die Investitionsbereitschaft auf den gewerblichen Immobilienmärkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien stabil bleiben oder sich sogar verbessern wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Union Investment. Dabei kommen verstärkt risikobehaftetere Portfolios auf den Markt. Haupttreiber ist der anhaltende Renditedruck.

Rendite ist im Vergleich zum Vorjahr für noch mehr Investoren zum zentralen Anlagemotiv geworden, wie die Investitionsklima-Studie zeigt, für die 171 professionelle Immobilienanleger befragt wurden. Ein Umschwung zeichnet sich in keinem der drei europäischen Immobilienkernmärkte ab.

Dabei zwingt die sinkende Verfügbarkeit und das Preisniveau von Prime Assets den Immobilieninvestoren eine wachsende Risikoorientierung auf: 51 Prozent der Studienteilnehmer denken, dass sie in den kommenden drei Jahren ihre selbstgesteckten Renditeziele nicht erreichen werden und sie mit anhaltend hohen Preisen und entsprechend niedrigen Renditen zu rechnen haben. Selbst auf Fünfjahressicht fürchtet jeder zweite Befragte, die erhoffte Verzinsung der Investments zu verfehlen.

81 Prozent der britischen Anleger beurteilen Investments nur nach Renditegesichtspunkten

Mehr Risiken eingehen ist für viele Immobilieninvestoren die Devise, um den drohenden weiteren Fall der Renditen abzufedern. 81 Prozent der britischen Investoren geben in der Umfrage an, Immobilieninvestments hauptsächlich oder nur nach Renditegesichtspunkten zu beurteilen. Im Mai 2015 war nur für 76 Prozent der traditionell risikoaffineren britischen Investoren „Rendite“ das zentrale Anlagemotiv.

Demgegenüber sank die Quote der auf „Sicherheit“ fokussierten Anleger in UK um fünf weitere Punkte auf aktuell 13 Prozent. In Deutschland und Frankreich halten sich Rendite- und Sicherheitsorientierung derzeit die Waage, aber auch hier mit einer klaren Tendenz Richtung „Rendite“. „Liquidität“ spielt in Anlageentscheidungen bei allen Befragten eine untergeordnete Rolle.

Auch Portfoliodeals mit mehr Risiko

Wie die Union-Investment-Umfrage zeigt, werden auf der Suche nach renditestarken Investments auch Immobilienportfolios immer interessanter, vor allem bei Investoren in Frankreich und Großbritannien. Hier gibt die Hälfte aller Befragten an, sich aktiv mit dem Ankauf von Immobilienportfolios zu beschäftigen.

In Frankreich fällt das Interesse mit 74 Prozent besonders stark aus, gefolgt von den britischen Investmentprofis mit 67 Prozent. Auffällig gering ist das Interesse bei den deutschen Investoren. Dort beschäftigen sich nur 24 Prozent der befragten Immobilieninvestoren mit möglichen Paketkäufen; die überwiegende Mehrheit von 57 Prozent gibt an, sich in keiner Weise mit Portfoliodeals zu befassen.

2016 werden verstärkt risikobehaftetere Portfolios gehandelt

80 Prozent der Befragten erwarten, dass 2016 vor allem risikobehaftetere Portfolios verstärkt gehandelt werden, das ist eine Bestätigung der zunehmenden Renditeorientierung britischer, französischer, aber auch internationaler Anleger. 74 Prozent der befragten Immobilienprofis sind überzeugt, dass Investoren aus Asien und Nordamerika verstärkt in Europa auftreten werden.

Diese internationalen Investoren könnten Paketdeals als Möglichkeit zum raschen Einstieg in den europäischen Markt nutzen: Mit 70 Prozent erwartet die überwiegende Mehrheit der befragten Marktteilnehmer, dass mehr und mehr paneuropäische Portfolios auf den Markt kommen werden. 58 Prozent glauben, dass dabei Pakete mit Immobilien unterschiedlicher Nutzungsarten stärker gehandelt werden.

Investitionsklima für Immobilien verbessert sich nur in Deutschland

70 Prozent der deutschen wie auch der britischen Investoren kündigen an, in den nächsten zwölf Monaten verstärkt als Verkäufer von Gebäuden in Erscheinung zu treten. In Frankreich will immerhin noch jeder zweite Investor das sich nach und nach schließende Zeitfenster für Objektverkäufe im großen Stil nutzen.

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