20.07.2016 | Deloitte

Europa: Baubranche erholt sich – nur ein deutsches Unternehmen unter den Top 50

Der Gesamtumsatz stieg europaweit im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 1,4 Billionen Euro
Bild: Veer Inc.

Die europäische Baubranche erholt sich und hat im Hinblick auf den Markt- und Börsenwert das Niveau von 2007 wieder übertroffen, wie ein Report von Deloitte für das Jahr 2015 zeigt. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 1,4 Billionen Euro. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem die "Großen" – mit der Bauer AG ist allerdings nur eine deutsche Gesellschaft unter den 50 größten börsennotierten Bauunternehmen Europas.

Deloitte zufolge kann weiterhin mit einer positiven Entwicklung gerechnet werden. Außerdem ist ein fortgesetzter Trend zur Internationalisierung des Geschäfts zu beobachten. Nach wie vor stammen überdurchschnittlich viele große Bauunternehmen Europas aus Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Mit der zum spanischen Konzern ACS gehörenden Hochtief und dem deutschen Ableger der österreichischen Strabag sind indirekt aber zwei der großen deutschen Bauunternehmen unter den Top 20 der Branche in Europa. 2013 gehörte Hochtief laut Deloitte noch zu den Top Ten Europas. Die weltweit größten Baukonzerne sitzen jedoch nach wie vor nicht in Europa oder den USA, sondern in China.

Weniger dynamisch als der Branchendurchschnitt zeigten sich die mit Abstand größten Unternehmen Vinci, ACS und Bouygues: alle drei konnten die Leistung des Vorjahres nicht wieder erreichen. An der Reihenfolge hat sich in den Top Ten wenig geändert. Durch den weitgehenden Rückzug von Bilfinger aus dem Baugeschäft rückte die niederländische BAM Group einen Platz nach oben. Neu unter den zehn größten Unternehmen ist die schwedische NCC.

Gesamtinvestitionen in Bauprojekte steigen

Die positiven Aussichten für die Branche beruhen laut Deloitte auf anstehenden Investitionen, obwohl hier der Stand vor der Finanzkrise noch nicht wieder erreicht ist. Nur in Deutschland, Schweden, Polen und Belgien sind die Investitionen in Bauleistungen über die Zeit von 2007 bis 2015 angestiegen, wobei Deutschland vor Frankreich und Großbritannien den größten Markt bildet.

2015 wurden 52 Prozent der Leistung der 20 größten EU-Bauunternehmen außerhalb der eigenen Landesgrenzen erbracht. Damit liegt der Internationalisierungs-Grad laut Deloitte um neun Prozentpunkte höher als 2014. Vom internationalen Geschäft versprechen sich die Baukonzerne mehr Chancen als von einer Beschränkung auf den Heimatmarkt.

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