Auswirkungen des Brexit auf die Baunachfrage in Deutschland sind bisher kaum spürbar Bild: Corbis

Die Bauleistungen in Europa haben 2016 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent zugenommen, wie Berechnungen des Forschungsnetzwerks Euroconstruct zeigen, dem auch das ifo-Institut angehört. Die Forscher erwarten, dass sich diese Entwicklung bis 2019 fortsetzen wird. Die stärksten Impulse kamen vom Wohnungsneubau mit einem Plus von sieben Prozent.

„In Deutschland hat die zwischenzeitlich eskalierte Flüchtlingszuwanderung dem öffentlichen Wohnungsneubau zusätzlichen Schwung verliehen“, sagte ifo-Experte Ludwig Dorffmeister.

Treiber der Entwicklung waren die wirtschaftliche Erholung in vielen Ländern, die niedrigen Zinsen und die Zu- und Binnenwanderung. In Ländern wie Irland oder Spanien, die mit der Finanz- und Wirtschaftskrise zu kämpfen hatten, führte die vorausgegangene extreme Einschränkung des Neubaus zu deutlichen Gegenreaktionen. Wie ein Report von Deloitte zeigt, hat sich die europäische Baubranche bereits 2015 erholt und das Marktniveau von 2007 übertroffen.

In Deutschland profitiert die Baubranche ebenfalls von der stark gestiegenen Wohnungsnachfrage. Die für 2016 geschätzten rund 300.000 Fertigstellungen liegen laut den Forschungsergebnissen von Euroconstruct immer noch unter dem jährlichen Bedarf von 350.000 bis 400.000 Wohnungen.

Auswirkungen des Brexit auf die Baunachfrage in Deutschland seien bisher kaum spürbar. Dies gelte auch für die meisten anderen Länder bei Euroconstruct. Selbst für den britischen Bausektor hielten sich die Änderungen in Grenzen. Dies liege unter anderem daran, dass mögliche wirtschaftliche Konsequenzen derzeit kaum abzuschätzen seien. Experten erwarten allerdings für Frankfurt am Main eine höhere Nachfrage und steigende Preise nach dem Brexit.

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