16.01.2014 | Ernst & Young

Umfrage: Investoren wieder risikofreudiger

Die Anleger wollen 2014 hoch hinaus
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

In einer Befragung von Ernst & Young Real Estate unter rund 100 Anlegern bezeichneten 99 Prozent Deutschland als attraktiven Investitionsstandort. Im Zuge dessen rechnen 72 Prozent der Studienteilnehmer für 2014 mit einer Steigerung des Transaktionsvolumens von derzeit 44 auf etwa 47 Milliarden Euro. Auch die Risikobereitschaft der Investoren wächst.

Bereits im vergangenen Jahr war das Volumen von Immobilientransaktionen um 23 Prozent von 36 auf 44 Milliarden Euro gestiegen. Selbst der totgeglaubte Verbriefungsmarkt (zum Beispiel CMBS, Commercial Mortgage-Backed Securities) hat sich 2013 wiederbelebt. Eine weitere Zunahme der Aktivität wird von 65 Prozent der Befragten erwartet.

Vor allem Wohnimmobilien und Büroimmobilien in 1a-Lagen sind gefragt. Bei  Wohnimmobilien bietet aus Investorensicht 2014 Berlin mit großem Abstand vor Köln und München die besten Perspektiven, während im Segment Büroimmobilien München, Hamburg und Frankfurt etwa gleichauf an der Spitze der Attraktivitätsskala liegen.

Offensichtlich ist das Vertrauen in den deutschen Immobilienmarkt so groß, dass viele Anleger nicht mehr nur auf Core-Immobilien setzen: Acht von zehn Befragten (81 Prozent) rechnen damit, dass der Anteil an risikoreicheren Immobilieninvestments in diesem Jahr steigen wird.

Gewerbeimmobilien im Non-Core-Segment mit Handbremse

Bislang jedoch sind bei Gewerbeimmobilien wenige größere Transaktionen außerhalb des Core-Segments zu beobachten gewesen. Unter anderem sind unterschiedliche Preisvorstellungen von Käufer- und Verkäuferseite ein Hindernis. Neun von zehn Befragten (91
Prozent) bestätigen dies als generelle Hürde für mehr Transaktionen. Eine weitere Hürde in diesem Segment ist der Finanzierungsmarkt.

Es mehren sich aber die Anzeichen, dass auch bei Gewerbeimmobilien die Risikobereitschaft wächst. So erwartet die Mehrzahl der Befragten (58 Prozent), dass spekulative gewerbliche Projektentwicklungen wieder eine größere Rolle spielen werden. Das Jahr 2014 wird der Umfrage zufolge auch wieder mehr Portfoliodeals im Gewerbebereich sehen, 71 Prozent der Befragten bestätigen dies. Selbst der CMBS-Markt könnte weiter anziehen; damit rechnen
65 Prozent der Befragten.

Auch an der Börse spielt die Immobilie eine zunehmend größere Rolle

Sieben von zehn Befragten erwarten weitere Börsengänge und Kapitalerhöhungen bei Immobilienunternehmen. Eine Ursache für die anhaltend hohe Nachfrage nach deutschen Immobilien sind weiterhin Unsicherheiten aus der Eurokrise. Neun von zehn Befragten (93
Prozent) geben an, dass europäische Anleger aufgrund der Eurokrise vermehrt auf die deutschen Immobilienmärkte drängen.

Als Folge der anhaltenden Nachfrage dürften die Preise in vielen Segmenten steigen. So rechnet die Hälfte der Befragten (53 Prozent) damit, dass die Preise für Büroimmobilien in 1a-Lagen anziehen. Die Aussichten haben sich im Vergleich zur Umfrage des Vorjahres merklich verbessert. Damals waren nur 35 Prozent der Befragten dieser Ansicht.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Logistikimmobilien: Die Preisentwicklung für Logistikimmobilien in sehr guten Lagen wird positiver bewertet als im Vorjahr (46 Prozent im Vergleich zu 25 Prozent). Auch im Wohnimmobilienbereich wird mit weiteren Preissteigerungen gerechnet, die der Umfrage zufolge allerdings im Vergleich zum Vorjahr etwas an Dynamik einbüßen dürften. Die Preise für Hotel- und Einzelhandelsimmobilien werden tendenziell als stabil eingeschätzt.

Die favorisierten Standorte der Investoren sind München (Büro, Einzelhandel), Hamburg und Frankfurt (jeweils Büro) sowie Düsseldorf (Einzelhandel) und Berlin (Wohnen).

Aktuell

Meistgelesen