Empirica-Studie: Aus für "Mietenwahnsinn" am Wohnungsmarkt

Das Berliner Analysehaus Empirica wagt in einer neuen Studie eine heiße Prognose. Die Phase steigender Wohnungsmieten wird bald zu Ende gehen, heißt es da. Die Begründung: Bis in vier Jahren dürften Angebot und Nachfrage selbst in den sieben deutschen Top-Städten ausgeglichen sein. 

Nach Berechnungen von Empirica sind in den sieben größten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart in den vergangenen vier Jahren im Durchschnitt 25.000 Wohnungen pro Jahr entstanden. Damit lag die sogenannte Fertigstellungslücke bei 51.000 Wohnungen. Für die kommenden vier Jahre geht Empirica davon aus, dass in den Top 7 im Schnitt 41.000 Wohnungen jährlich fertig werden, dies wären dann nur noch 7.000 Einheiten weniger als nötig (minus 85 Prozent).

In ganz Deutschland soll die Fertigstellungslücke der Studie "Don’t Panic: Der #Mietenwahnsinn geht absehbar zu Ende" zufolge zwischen 2019 und 2022 auf 50.000 Wohnungen schrumpfen, während in den vergangenen vier Jahren im Durchschnitt bundesweit noch 179.000 Wohnungen gefehlt haben. Der nicht gebaute jährliche Zusatzbedarf in den von Empirica untersuchten Wachstumsregionen wird demnach von 125.000 auf 25.000 Einheiten um 80 Prozent schrumpfen.

Fertigstellungslücken: Rückblick und Prognose

Grafik Wohnungsmarkt Fertigstellungslücken Empirica

* Fertigstellungen = mittlere jährliche Zahl fertiggestellter Wohnungen
** Lücke = jährlicher Bedarf abzgl. mittlere jährliche Zahl fertiggestellter Wohnungen
*** Regionen, in denen die Bevölkerung zuletzt (im Zeitraum 2009 bis 2014) um mindestens 1 Prozent gestiegen ist

Quelle: Berechnungen von Empirica

Berücksichtigt wurden in der Studie die bisherigen Fertigstellungszahlen, die Baugenehmigungen und Bevölkerungsprognosen.

Mäßigung der Mietsteigerungen: Angebot wächst, Nachfrage sinkt

Sobald auch die verbleibende Fertigstellungslücke geschlossen sein wird, dürfte der Mietanstieg in den betroffenen Städten und Regionen zum Erliegen kommen, meint Dr. Reiner Braun, Autor der Studie. 

Für diese Entwicklung spreche zum einen, dass die Baugenehmigungen ein Rekordhoch erreicht haben, das weit über den aktuellen Fertigstellungen liegt. Empirica geht davon aus, dass die genehmigten Wohnungen in naher Zukunft weitgehend realisiert werden, mit der Folge, dass das zusätzliche Angebot weiter steigen wird. Zum anderen wachse die Nachfrage in den Schwarmstädten langsamer, da etwa Familien und Geringverdiener zunehmend ins Umland abwandern: Die zusätzliche Nachfrage wird also kleiner.

Nicht zuletzt wird laut Empirica die drohende Konjunktureintrübung das hohe Wanderungsvolumen der vergangenen Jahre dämpfen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Geomap-Analyse: Mieten steigen in fast ganz Deutschland

Frühjahrsgutachten 2019: Staat trägt Mitschuld an weiter steigenden Preisen

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Miete, Studie, Neubau