Empirica: Miete steigt weitaus langsamer als Immobilienpreis

Ein Trend setzt sich fort: Die Neuvertragsmieten für Wohnungen in den sieben größten Städten steigen so langsam wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das zeigt das Preisranking des Forschungsinstituts Empirica für das zweite Quartal 2019. Die Kaufpreise wachsen deutlich schneller als die Mieten.

Seit rund zwei Jahren lässt die Preisdynamik bei den Mieten laut Empirica in den Top 7 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) nach, während die Kaufpreise kaum verändert weiter steigen. Nach Beobachtung der Berliner Analysten wird die Phase steigender Wohnungsmieten bald zu Ende gehen, da bis in vier Jahren Angebot und Nachfrage selbst in den sieben Top-Städten ausgeglichen sein werde.

"100 Euro Miete in fünf oder zehn Jahren ist aus heutiger Sicht mehr wert, wenn die Zinsen quasi auf null sind." Dr. Reiner Braun, Vorstandschef Empirica

Vor allem in den Stagnations- und Schrumpfungsregionen, hieß es im Empirica-Blasenindex für das erste Quartal 2019, werde die Nachfrage der Kapitalanleger und damit die Kaufpreise durch die Niedrigzinsen gepusht, was die Gefahr einer Immobilienblase bundesweit wachsen lasse. Eine Studie von Europace von April kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis: Nicht in den Städten, sondern im Umland sind die Immobilienpreise im Verhältnis zum Einkommen der Käufer überproportional gewachsen.

Empirica-Immobilienpreisindex: Mieten, Neubau (1.Q‘04=100)

Empirica-Immobilienpreisindex: Mieten, Neubau (1.Q‘04=100)

Berlin und Heidelberg wieder unter den zehn teuersten Städten für Mieter

Gegenüber dem ersten Quartal 2019 sind die Mietpreise in den kreisfreien Städten laut den jüngsten Erhebungen von Empririca um 0,6 Prozent und in den Landkreisen um 0,8 Prozent gestiegen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2018 beträgt der Anstieg über alle untersuchten Städte und Kreise hinweg 3,1 Prozent.

Seit Beginn der Untersuchungen im ersten Quartal 2004 haben die Neubaumieten deutschlandweit um 34,9 Prozent zugelegt, in den kreisfreien Städten um 42,5 Prozent und in den Landkreisen um 30,8 Prozent.

Erstmals nicht mehr unter den Top 10 bei den Neuvertragsmieten vertreten sind laut Empirica Erlangen und Ingolstadt. Heidelberg (Platz 8) und Berlin (Platz 10) rutschen dafür wieder rein. Die übrige Rangfolge im TOP-10-Ranking bleibt unverändert: München vor Frankfurt am Main, dann Stuttgart, Darmstadt, Freiburg, Mainz, Hamburg und auf Platz neun Wiesbaden bleiben in der Zehnerliste.

Empirica-Immobilienpreisindex: ETW, Neubau (1.Q‘04=100)

Empirica-Immobilienpreisindex: ETW, Neubau (1.Q‘04=100)

Hamburg verdrängt Augsburg bei den Kaufpreisen

Die Kaufpreise für neugebaute Eigentumswohnungen sind im zweiten Quartal 2019 verglichen mit dem zweiten Quartal 2018 deutschlandweit um sieben Prozent gestiegen: In den kreisfreien Städten um 8,7 Prozent und in den Landkreisen um 5,8 Prozent. Im Vergleich des ersten mit dem zweiten Quartal 2019 liegen die Kaufpreise für Wohneigentum in den kreisfreien Städten aktuell 2,3 Prozent höher. In den Landkreisen ist der Anstieg mit 1,6 Prozent etwas geringer.

Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 sind die inserierten Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen deutschlandweit um 63,4 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um 88,2 Prozent. In Landkreisen haben sie in diesem Zeitraum um 49,2 Prozent zugelegt.

Die Top-10-Städte im Ranking der Städte mit den teuersten Kaufpreisen sind München (1), Frankfurt (2), Stuttgart (3), Potsdam (4) und Erlangen (7). Wiesbaden (9) und Regensburg (6) verlieren einen Platz. Berlin (5) und Düsseldorf (7) rücken dafür vor. Hamburg (10) taucht wieder auf und verdrängt Augsburg aus den Top 10.


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