30.05.2012 | Elektrofachmärkte

Große Preisspannen bei Mieten

Die flächendeckende Verbreitung großflächiger Fachmärkte machte viele Produkte erst erschwinglich
Bild: MEV-Verlag, Germany

Der durchschnittliche Mietpreis für Elektrofachmärkte beträgt in Deutschland 10,78 Euro pro Quadratmeter im Monat, die Mietpreisspanne liegt zwischen 5,00 und 18,66 Euro pro Quadratmeter. Das geht aus dem aktuellen DIWG | STIWA Valuation-Report zu Trends im Einzelhandel hervor.

Mieten mit mehr als zehn Euro pro Quadratmeter monatlich werden dabei fast ausschließlich an den deutschen Top 5-Immobilienstandorten oder in überregional bekannten Einkaufszentren erzielt. An allen anderen Standorten liegen die Mieten fast ausnahmslos unter 10,00 Euro pro Quadratmeter monatlich.

Mittelfristig ist aufgrund des kaum noch wachsenden Filialnetzes bei den Elektronikfachgeschäften sowie des hohen Konkurrenzdrucks durch den Onlinehandel damit zu rechnen, dass die Mietpreise unter Druck bleiben. Auch dürfte sich die Nachvermietung an weniger gefragten Standorten oder für ungünstig gelegene und zugeschnittene Flächen in Zukunft tendenziell schwieriger gestalten, was sich dann auch im Marktwert der Immobilie widerspiegelt.

Markt hat sich grundlegend verändert

Insgesamt hat sich der Markt für Elektronikartikel in den vergangenen 20 Jahren grundlegend verändert. Durch den starken Preisrückgang, insbesondere für Artikel aus den Bereichen Datenverarbeitung und Software sowie Telekommunikation, sind Elektronikprodukte heute für die Masse der Bevölkerung erschwinglich. Ermöglicht wurde diese Entwicklung auch durch die Veränderung der Handelslandschaft im Bereich der Elektronikfachmärkte. Mit der flächendeckenden Verbreitung großflächiger Fachmärkte wurden ehemals kaum erschwingliche Produkte durch große Einkaufsmengen der Handelsketten deutlich günstiger und fanden hierdurch massenhafte Verbreitung.

Bei einer Analyse der indexbasierten Einzelhandelspreise für Elektronikprodukte durch das Statistische Bundesamt über den Zeitraum 1991 bis 2011 (Jahr 2005 = 100) ist der starke Preisverfall augenfällig. Lag der Index für Produkte aus dem Bereich Datenverarbeitung und Software im Jahr 1991 noch bei einem Wert von 486,1 ist der Wert im Jahr 2011 auf 49,5 gesunken, was einem Rückgang um rund 90 Prozent entspricht.

Im Bereich der Telekommunikationsgeräte war ein Rückgang um rund 85 Prozent zu verzeichnen, bei Geräten aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik von rund 53 Prozent. Lediglich im Bereich der elektrischen Haushaltsgeräte, die im Vergleich auch schon vor dem Betrachtungszeitraum einen hohen Verbreitungsgrad hatten, fiel der Rückgang im Preisindex mit rund 16 Prozent deutlich geringer aus.

Drittverwendungsfähigkeit der Immobilien stark eingeschränkt

Bei Elektronikfachgeschäften kommt dem Mietvertrag besondere Bedeutung zu, da die Drittverwendungsfähigkeit der Immobilien oftmals stark eingeschränkt ist. Dies trifft nicht nur auf Immobilien auf der „grünen Wiese“ und in Gewerbegebieten zu, sondern auch auf Flächen in Einkaufszentren, bei denen Elektronikfachgeschäfte als Ankermieter fungieren. Aufgrund der Größe von oftmals mehreren tausend Quadratmetern lassen sich diese Flächen nach Auszug eines Elektronikfachgeschäftes nicht ohne Weiteres nachvermieten.

Konkurrenzschutzklauseln in Mietverträgen sind ein weiteres Hindernis bei der Nachvermietung. Da die Auswahl potenzieller Nachmieter innerhalb der Branche stark eingeschränkt ist, sind langfristige Leerstände oftmals die Folge. Dieses Problem betrifft in erster Linie großflächige Ladeneinheiten wie sie von Media Markt, Saturn und ProMarkt genutzt werden und gilt neben den Flächen in Einkaufszentren genauso auch periphere Standorte in Gewerbegebieten, Fachmarktzentren oder auf der so genannten „grünen Wiese“.

Schlagworte zum Thema:  Miete, Einzelhandel

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