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Einzelhandelsmieten in Kleinstädten gehen um 0,44 Prozent zurück

Einkaufsmeilen wie die Frankfurter Zeil ziehen internationale Retailer an
Bild: Joachim Reisig ⁄

Während Metropolen und größere Städte bei den Einzelhandelsmieten Steigerungen um bis zu vier Prozent verzeichnen, gingen diese in Kleinstädten unter 30.000 Einwohnern um 0,44 Prozent zurück. Das ist ein Ergebnis des IVD-Gewerbe-Preis-Spiegels 2014/2015. Die Büromieten sind in Städten über 300.000 Einwohnern besonders hoch ‒ ganz vorne München mit 30,50 Euro pro Quadratmeter.

In Großstädten mit mehr als 300.000 Einwohnern sind die Mieten in den 1A-Flächen der Geschäftskerne um 1,17 Prozent gestiegen, in Städten zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern sogar um fast vier Prozent.

München mit den höchsten Mieten, Münster mit dem stärksten Anstieg

Die höchsten Einzelhandelsmieten werden nach wie vor mit großem Abstand in München gezahlt. Mit 320 Euro pro Quadratmeter liegt die Schwerpunktmiete 130 Euro vor dem zweitplatzierten Frankfurt am Main mit 190 Euro pro Quadratmeter. An dritter Stelle folgt bereits Münster mit 160 Euro pro Quadratmeter noch vor den Rhein-Metropolen Düsseldorf und Köln mit 140 Euro beziehungsweise 130 Euro pro Quadratmeter.

Zwischen den Ladenmieten in 1A- und 1B- Lagen der deutschen Großstädte zeigen sich deutliche Unterschiede. Gründe für die Schere zwischen den beiden Preisniveaus sind die Ladenmieten für Flächen in den Top 1A-Lagen, die die Anbieter von Luxusmarken aus dem In- und Ausland zu zahlen bereit sind.

In B- und C-Städten sind bei den Ladenmieten ebenfalls deutliche Anstiege zu verzeichnen. In C-Städten (100.000 bis 200.000 Einwohner) legten sowohl Mieten in 1A- als auch 1B-Lagen um mehr als drei Prozent zu. In Städten mit 200.000 bis 300.000 Einwohnern legten insbesondere die Mieten in 1B-Lagen zu.

Metropolen im Mittelpunkt der internationalen Einzelhändler

Für internationale Einzelhändler spielt außerdem eine Rolle, dass Deutschland aufgrund seiner föderalen Struktur über eine Vielzahl von interessanten Investitionsstandorten auch abseits der großen Zentren verfügt. Die Tendenz der Händler, sich auch dort niederzulassen, spiegelt sich in den Mietpreisen wider. So legten die Ladenmieten in den 1A-Lagen (Geschäftskern) in Städten mit 200.000 bis 300.000 Einwohnern um rund 0,9 Prozent zu. In 1B-Lagen konnten Anstiege von 3,7 Prozent verzeichnet werden.

Insgesamt stehen die Metropolen im Mittelpunkt der internationalen Einzelhändler. Nach den amerikanischen gewinnen seit einigen Jahren vor allem europäische Einzelhändler immer mehr an Bedeutung auf dem deutschen Einzelhandelsmarkt. Speziell Markenhersteller aus dem Premium- und Luxusbereich sind zunehmend unter den Neueintritten am deutschen Markt zu verzeichnen.

Nachfrage nach Büroflächen in Städten über 300.000 Einwohnern hoch

Auch die Nachfrage nach Büroflächen in Städten über 300.000 Einwohnern ist hoch. Hier ist München bei den Büromieten mit 30,50 Euro pro Quadratmeter weiterhin vorn. Mit einem Wachstum von 3,73 Prozent verzeichnen insbesondere Großstädte mit mehr als 300.000 Einwohnern bei Büroflächen in einfacher Lage und Ausstattung eine hohe Nachfrage.

In Städten zwischen 200.000 und 300.000 Einwohnern stiegen insbesondere die Mieten von Büroflächen mit gutem Nutzungswert mit 5,01 Prozent stark an. In den kleinen Städten unter 30.000 Einwohnern waren die Büroflächenmieten dagegen in allen Segmenten rückläufig und gingen teilweise um 0,45 Prozent (einfacher Nutzungswert) zurück.

München bei Büromieten mit 30,50 Euro pro Quadratmeter weiterhin vorn

Mit einer Schwerpunktmiete von 30,50 Euro pro Quadratmeter liegt München bei den Büromieten mit gutem Nutzungswert auf dem ersten Platz. Düsseldorf und Frankfurt folgen auf Platz zwei und drei mit 21,50 Euro beziehungsweise 18,50 Euro pro Quadratmeter. Das Schlusslicht der 20 größten Städte Deutschlands bildet Wuppertal mit einer Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Berlin liegt mit einer Schwerpunktmiete von 13,80 Euro pro Quadratmeter knapp über dem allgemeinen Durchschnitt von 13,10 Euro pro Quadratmeter. Auch in den B-Städten (200.000 bis 300.000 Einwohner) zogen die Büromieten zuletzt nach, wenngleich die Steigerung an einem im Vergleich mit den A-Standorten niedrigeren Niveau ansetzt. Bei Büroflächen mit gutem Nutzungswert stiegen die Mieten in B-Städten von 8,55 Euro pro Quadratmeter auf 8,93 Euro pro Quadratmeter. Bei Flächen mit mittlerem Nutzungswert legten die Mieten von 6,57 Euro pro Quadratmeter auf 6,67 Euro pro Quadratmeter zu. Bei Flächen einfachen Nutzungswertes gab es wie im Jahr zuvor keine Veränderung.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Einzelhandelsimmobilie

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