Die Trendwende kommt laut Bulwiengesa: Auch Shopping-Center werden wieder gebaut (Symbolfoto) Bild: Haufe Online Redaktion

Der stationäre Einzelhandel hatte zuletzt keinen guten Stand bei Investoren. Eine neue Studie von Bulwiengesa kommt nun zu dem Schluss, dass der rückläufige Trend gestoppt ist. Während 2017 ein Rekordtief bei Projektentwicklungen beobachtet wurde, geht Bulwiengesa davon aus, dass 2018 und 2019 wieder mehr Einzelhandelsimmobilien fertiggestellt werden – vor allem Shopping-Center und Geschäftshäuser.

Die auf Shopping-Center spezialisierte ECE ist laut Bulwiengesa mit einem Anteil von 5,5 Prozent am Projektentwicklungsvolumen Hauptakteur am deutschen Einzelhandelsmarkt. Es folgen die Projektentwickler HBB mit 5,2 Prozent und Ten Brinke mit 5,1 Prozent.

HBB drängt auf den ersten Platz

Während sich die Entwicklungspipeline bei der ECE gerade leert, hat derzeit HBB die meisten neuen Projekte in der Entwicklung. Die ECE konzentriert sich derzeit nach Aussage von Dr. Jan Röttgers, dem Geschäftsführer von ECE Development & Consulting, stärker auf den Umbau und die Neustrukturierung der bestehenden Center. "Das erfordert das Marktumfeld", sagt Röttgers. HBB geht nach Unternehmensangaben davon aus, bald die Nummer eins in Deutschland zu sein.

Auf dem vierten Platz unter den Top 5 rangiert HGHI (3,3 Prozent). Der Projektentwickler realisiert seine Einzelhandelsprojekte ausschließlich in Berlin. Auf Platz fünf liegt die Newport Hol­ding mit ei­nem An­teil von 2,1 Prozent.

Damit sind diese fünf Projektentwickler laut Bulwiengesa gerade einmal für 21,1 Prozent des zwischen 2013 und 2019 in Deutschland umgesetzten beziehungsweise erwarteten Projektentwicklungsvolumens verantwortlich. Die restlichen 78,9 Prozent werden von regionalen Projektentwicklern realisiert. Alle Entwickler haben dabei das Engagement in der südlichen Region ausgeweitet.

20 Prozent der Projektentwicklungen entfallen auf die Top-7-Städte

Investoren und Projektentwickler bevorzugen laut Bulwiengesa die sieben Top-Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. 20 Prozent des Einzelhandels-Projektentwicklungsvolumens entfallen auf diese Städte. Mit 30 Quadratmetern Projektentwicklungsvolumen je 1.000 Einwohner ist hier die Entwicklungspipeline mehr als doppelt so groß wie im übrigen Deutschland.

„Die Genehmigungsfähigkeit von Einzelhandelsgroßprojekten ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger und zeitaufwändiger geworden", sagt Bulwiengesa-Vorstand Ralf Koschny. Dies sei vor allem dann der Fall, wenn die Entwicklungen außerhalb von Oberzentren erfolgen sollen. Doch das Potenzial für neue Shopping-Center-Standorte werde geringer. Das habe zur Folge, dass Projektentwickler in kleinere Städte ausweichen.

Außerhalb der A-Städte rücken Revitalisierungen in den Fokus

Steigende Fertigstellungen außerhalb der A-Städte und einen stabilen Flächenanteil werden Bulwiengesa zufolge künftig Geschäftshäuser aufweisen. Dabei könnten vor allem Abriss und Neubau früherer Kauf- und Warenhäuser weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Die Schaffung moderner Verkaufsflächen in den Innenstädten wird der Studie zufolge in den kommenden Jahren eine wichtige Basis für die Attraktivität des Einzelhandels bilden.
 Grundsätzlich deuten sich laut Bulwiengesa neue Projektentwicklungen in Form von Revitalisierungen bestehender Fachmarkt- und Shopping-Center sowie innerstädtischer Geschäftshäuser an.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandelsmarkt, Einzelhandelsimmobilie, Projektentwicklung

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