Im ersten Halbjahr 2018 wurden in Deutschland laut CBRE Einzelhandelsimmobilien für zirka 4,3 Milliarden Euro gehandelt, 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Fachmarktzentren bleiben die stärkste Anlageklasse mit einem Anteil am Umsatz von 41 Prozent, gefolgt von High Street-Objekten (38 Prozent). In den Top-7-Standorten stieg das Investmentvolumen gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich um 58 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro.

"Das mangelnde Angebot an Core-Immobilien sowie die aufwändigeren Verkaufsprozesse bei Objekten mit Wertsteigerungspotenzialen bremsen höhere Transaktionsvolumina aktuell aus", erklärt Jan Schönherr, Co-Head of Retail Investment bei CBRE in Deutschland, die aktuelle Situation.

Portfolioquote und Handel mit Shopping-Centern gering

Differenziert nach Nutzungsarten dominierte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 weiterhin der Handel mit Fachmärkten und Fachmarktzentren das Geschehen am Einzelhandelsinvestmentmarkt, obwohl der Anteil von 41 Prozent ein Minus von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet. Innerstädtische Geschäftshäuser hingegen legten um 22 Prozentpunkte zu auf einen Anteil von 38 Prozent. Shopping-Center haben nur noch einen Anteil von rund zehn Prozent am gesamten Transaktionsvolumen.

Die Immobilien wurden überwiegend in Form von Einzeltransaktionen erworben. Die Portfolioquote liegt aktuell bei 33 Prozent (minus zwölf Prozentpunkte). Im ersten Halbjahr 2017 war es noch ein Anteil von 45 Prozent. Der Anteil internationaler Investoren sank um 13 Prozentpunkte von 39 auf 26 Prozent.

Topstandorte mit rückläufigen Renditen

Dass das an den Top-7-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart allokierte Investmentvolumen deutlich um 58 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro zulegte, ist laut CBRE unter anderem auf den Anstieg der Transaktionsvolumina von innerstädtischen Geschäftshäusern zurück zu führen. Der Handel mit innerstädtischen Geschäftshäusern in Toplagen und Shopping-Centern bestimmte im ersten Halbjahr das Marktgeschehen in den Investmentzentren.

Gleichzeitig gab die Spitzenrendite, die CBRE nur für fünf der Städte ermittelt hat (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München) für erstklassige Geschäftshäuser in den Topstandorten noch einmal um bis zu 20 Basispunkte gegenüber dem Vorquartal nach und variiert nun zwischen 2,6 Prozent in München und 3,2 Prozent in Düsseldorf, Köln sowie Stuttgart.

Für 1A-Handelsimmobilien in diesen Städten kommt CBRE aktuell auf 3,03 Prozent (minus 0,33 Prozentpunkte), für Shopping-Center an A-Standorten 3,8 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte) und für Fachmarktzentren auf 4,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte).

Jahresprognose bei rund zehn Milliarden Euro

Aufgrund der auf dem Markt befindlichen Produkte erwartet CBRE für die zweite Jahreshälfte 2018 einen deutlichen Anstieg des Investitionsvolumens, "so dass am Jahresende ein Transaktionsvolumen von zehn Milliarden Euro erneut überschritten sein dürfte", sagt Jan Dirk Poppinga, Co-Head of Retail Investment bei CBRE in Deutschland.

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