31.08.2012 | Top-Thema Einzelhandelsimmobilien: Verdrängt der Online-Handel die Retailflächen?

Zwei Beispiele aus der Praxis

Kapitel
Warum in den Laden gehen, wenn es die gleichen Produkte auch online frei Haus zu bestellen gibt?
Bild: Haufe Online Redaktion

Der E-Commerce wächst in Deutschland mit zweistelligen Raten. Mit der jungen Internet-Generation wird die Dynamik noch zunehmen. Was geschieht mit den frei werdenden Flächen des stationären Einzelhandles?

Die Elektrofachmarktkette Media Markt Saturn hat Ende Juli 2011 mit ihrer Ankündigung, dass sie auch im Online-Handel die Marktführerschaft anstrebe, große Aufmerksamkeit erregt. Anlass für die plakative Ankündigung war ein Ertragseinbruch im zweiten Quartal 2011, der die erfolgsverwöhnte Nummer zwei auf dem weltweiten Elektrofachmarkt – hinter der US-Kette Best buy – aufgeschreckt hatte: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war von plus 41 Millionen Euro im zweiten Quartal 2010 auf minus 44 Millionen Euro abgesackt. Im Gesamtjahr 2011 lag das Ebit mit 542 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (625 Millionen Euro). Und auch im ersten Quartal 2012 gab ein Ebit von minus 20 Millionen Euro Anlass zum Nachdenken. Insbesondere der preisgünstige Online-Handel, der sich die teuren Mieten für die Fachmärkte sparen kann, macht Media Saturn spürbar Konkurrenz. Mit dem forcierten Ausbau des Online-Handels will das Unternehmen die Trendwende herbeiführen.

Der Einzelhandel hat zu kämpfen

Szenenwechsel: Im Januar 2012 ließ der Hagener Douglas-Konzern bei seiner Bilanz-Presse-Konferenz mit der Nachricht aufhorchen, dass sich im Buchgeschäft weltweit ein gravierender Strukturwandel vollziehe – ausgelöst durch den Online-Handel. Bei der Douglas-Tochter Thalia machte sich das im vergangenen Geschäftsjahr durch einen Umsatzrückgang von vier Prozent bemerkbar. Auch hier soll der Ausbau des Online-Verkaufs die Wende bringen. Kosten von 165,1 Millionen Euro für außerplanmäßige Abschreibungen in der Buchsparte, die Verkleinerung von Verkaufsflächen, Untervermietungen etwa an Spielzeuganbieter, die Schließung von Standorten und die Optimierung der Sortimente ließen den Douglas-Konzern im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres sogar in die roten Zahlen rutschen.

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