31.08.2012 | Top-Thema Einzelhandelsimmobilien: Verdrängt der Online-Handel die Retailflächen?

Einzelhandel fährt zweigleisig am besten

Kapitel
Die beste Strategie ist wohl kein Gegeneinander, sondern eine Verknüpfung von stationärem Einzelhandel und E-Commerce.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wie sich die Lage bereits heute in den USA, die in puncto E-Commerce schon weiter sind, darstellt, berichtete David B. Henry, Chairman des US-ICSC und CEO der Kimco Reality Corp., bei der jüngsten ICSC Europa-Konferenz in Berlin.

Demnach ist der US-Einzelhandel bestrebt, die Verkaufsflächen stark zu verkleinern und auch niedrigere Mieten auszuhandeln. Die Branche kürze, wo sie könne, lautet sein Resümee. Dabei dürften aber auch die schwierige wirtschaftliche Lage in den USA und das Flächenüberangebot den Druck auf den Handel zusätzlich erhöhen. Während der Einzelhandel als Reaktion auf den Wandel sein Online-Geschäft forciert und zweigleisig fährt, setzt die Shopping-Center-Industrie darauf, dem nüchternen Einkauf am Computer die Themen Erlebnis-Shopping in angenehmer Atmosphäre und Aufenthaltsqualität entgegenzusetzen. Eine wichtige Rolle spielen in diesem System innovative Einzelhändler, die das gewohnte Einerlei durchbrechen. Gleichzeitig müssen auch die Centerbetreiber selbst an der digitalen Welt teilhaben und eigene Ideen entwickeln, wie sie das Internet in der direkten Kommunikation mit der jungen Kundschaft nutzen können. Die ECE-Center testen auf Facebook etwa die Shopping-App „wynsh“, die Angebote für spezielle Lieblingsprodukte anbietet. Auch die mfi AG bietet ein digitales Serviceangebot für Mieter und Kunden.

Einzelhandel wird nicht verschwinden

Aus Sicht von Markus Wotruba, Leiter Standortforschung bei der BBE Handelsberatung in München, ist nicht zu befürchten, dass „der stationäre Einzelhandel aus unseren Städten verschwindet und nur (kleine) Show-Rooms für die Kunden, die ein Produkt vor dem Kauf mit allen Sinnen erleben wollen, zurückbleiben“. Dafür spricht auch die Tatsache, dass etliche „pure Player“ des E-Commerce selbst zu Multichannel-Anbietern werden, die alle Kanäle – den Katalog und stationäre Läden – in ihre Strategie einbeziehen.

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