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Einzelhandelsimmobilien: Handelsumsätze haben kaum Einfluss auf Spitzenmieten

ECE-Shoppingcenter Budapest: In Schwellenmärkten wirkt der Gesamtmarkt auf die Entwicklung der Spitzenmiete
Bild: ECE

Spitzenmieten von Einzelhandelsimmobilien an europäischen Top-Standorten entwickeln sich unabhängig vom jeweiligen Gesamtmarkt: Nur in wenigen Städten hatten Handelsumsätze einen Einfluss darauf. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Patrizia Immobilien AG.

Untersucht wurden die Einzelhandelsumsätze von 26 europäischen Metropolen seit dem Jahr 2001 und den jeweiligen Mietpreisentwicklungen im Spitzensegment gegenüberstellt. Danach führten nur in wenigen Städten, so beispielsweise in den Schwellenmärkten Warschau, Budapest und Prag, steigende Handelsumsätze unmittelbar oder innerhalb von zwei Jahren zu steigenden Spitzenmieten oder sinkende Umsätze zu sinkenden Spitzenmieten.

"Während über den Zusammenhang zwischen Mieten und Immobilienwerten kein Zweifel besteht, war dieses Ergebnis nicht unbedingt zu erwarten", so die Autorin der Studie Karin Siebels, Patrizia Research. Als Grund nennt Siebels die anhaltend hohe Flächenauslastung bei Premiumobjekten. So seien die Leerstände in den Bestlagen europäischer Einkaufsstraßen seit dem Jahr 2007 nur marginal von 1,3 auf heute 2,2 Prozent gestiegen. In den Nebenlagen oder bei zweitklassigen Objekten seien sie dagegen im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 4,5 Prozent auf heute etwa sechs Prozent gewachsen. Bei Shoppingcentern wiederum bringe neben der Lage auch die Größe einen Wettbewerbsvorteil: in großen Malls mit über 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche lägen die Leerstände bei rund vier Prozent, in kleinen Malls mit weniger als 15.000 Quadratmetern stünden dagegen über zwölf Prozent der Flächen leer.

"Die großen internationalen Einzelhandelsketten – und diese bestimmen die Premiumlagen – bleiben auch in wirtschaftlich schwächeren Jahren in den etablierten Märkten präsent", erläutert die Researcherin. Für 2013 erwartet sie Mietpreissteigerungen in Berlin, Hamburg, München, Stockholm  und Manchester, die restlichen 21 untersuchten Märkte würden sich danach stabil entwickeln. Das gelte auch für Städte, in denen die Aussichten für die Umsatzentwicklung aktuell negativ seien, etwa in Spanien und Italien.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Einzelhandelsimmobilie

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