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Einzelhandelsmarkt: Investoren nehmen Baumärkte ins Visier

Investoren versprechen sich von Baumärkten höhere Renditen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Transaktionsvolumen am Markt für Einzelhandelsimmobilien ging Savills zufolge im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal um 40 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurück. Wegen der allgemein niedrigen Renditen richten Investoren ihr Interesse derzeit auf Segmente außerhalb der großen Produktklassen, auf höher rentierliche Einzelhandelsformate, zum Beispiel Baumärkte.

Da der Nachfrageüberhang am Investmentmarkt für Handelsimmobilien bestehen bleiben wird, werden "folglich die Renditen ihren Abwärtstrend bis mindestens zur Jahresmitte fortsetzen", sagt Matthias Pink, Director und Head of Research Germany bei Savills.

Ende März lagen die Spitzenrenditen für Geschäftshäuser laut Savills bei 3,7 Prozent im Durchschnitt der Top-7-Städte. Das sind sechs Basispunkte weniger als noch im vierten Quartal 2015. 4,2 Prozent sind es bei Shopping-Centern und 5,1 Prozent bei Fachmarktzentren. Hier wurden keine Unterschiede zum Vorquartal ausgemacht.

Baumärkte verzeichneten im ersten Quartal 2016 bereits ein Transaktionsvolumen von knapp 230 Millionen Euro, womit bereits halb so viel umgesetzt wurde wie im gesamten Vorjahr. Auch Kauf- und Warenhäuser blieben mit einem Umsatz von knapp 200 Millionen Euro im Investorenfokus.

Ein wesentlicher Grund für den zwischenzeitlichen Umsatzrückgang ist das zunehmende Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. „Während die meisten Investoren nach wie vor überwiegend auf das Core-/Core-Plus-Segment fokussiert sind, stehen hier kaum noch Objekte zum Verkauf“, sagt Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills.

Bei Shopping-Centern und Fachmarktzentren nimmt Angebot zu

Dies dürfte sich in den kommenden Monaten allerdings ändern, denn Eigentümer denken vermehrt über Verkäufe nach oder haben Verkaufsprozesse bereits angestoßen. Hierzu zählen auch einige größere Shopping-Center und Fachmarktzentren, oft in Form von Portfolios, deren Verkauf für einen Umsatzanstieg sorgen dürfte.

„Wir beobachten außerdem, dass die Investoren ihre Risikobereitschaft erhöhen und beispielsweise für Objekte mit vergleichsweise kurzen Mietvertragslaufzeiten bieten. Der Value-add-Anteil am Gesamtumsatz dürfte daher in den kommenden Monaten steigen“, so Krechky.

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Schlagworte zum Thema:  Einzelhandelsimmobilie, Einzelhandelsmarkt, Baumarkt

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