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Einkaufszentren mit 43 Prozent meistgehandelte Handelsimmobilien

Einkaufszentren Boulevard Berlin - Teil des Corio-Portfolios
Bild: Corio

In den ersten drei Monaten 2015 wurden in Deutschland nach Angaben des Immobilienberaters Colliers Einzelhandelsimmobilien für rund 3,6 Milliarden Euro verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von knapp 40 Prozent. Dabei entfielen 60 Prozent des Transaktionsvolumens auf Paketverkäufe. Einkaufszentren erzielten mit 43 Prozent den höchsten Marktanteil.

Zurückzuführen ist das hohe Quartalsergebnis vor allem auf die Übernahme des niederländischen Shopping-Center-Investors Corio durch den französischen Konkurrenten Klépierre. Dieser vollzieht mit den im Portfolio enthaltenen Einkaufszentren Boulevard Berlin, Centrum Galerie Dresden, Forum Duisburg, Königsgalerie Duisburg und Arneken Galerie Hildesheim mit einem Investitionsvolumen von zusammen etwa einer Milliarde Euro den Eintritt in den deutschen Shopping-Center-Markt.

Einzelhandelsinvestmentmarkt international geprägt

Fachmarktzentren und Fachmärkte kamen auf 41 Prozent Marktanteil. Neben Klépierre aus Frankreich erwarben im ersten Quartal weitere Unternehmen mit Sitz außerhalb Deutschlands eine Vielzahl von Einzelhandelsimmobilien, weshalb sie mit in Summe knapp 1,9 Milliarden Euro Transaktionsvolumen einen Marktanteil von 51 Prozent erreichten.

So erwarb beispielsweise der REIT Redefine International für knapp 157 Millionen Euro ein aus 56 Supermärkten, Fachmarktzentren und Großhandelsmärkten mit rund 128.000 Quadratmetern Mietfläche bestehendes Portfolio. Marathon Asset Management sicherte sich über ein Tochterunternehmen zwei Portfolios mit insgesamt 55 Einzelhandelsimmobilien im Rahmen eines Share-Deals von einem Internos-Fonds.

Drei Viertel des bislang investierten Kapitals stammte von lediglich drei Anlegergruppen: offenen Immobilienfonds und Immobilien-Spezialfonds, Immobilien-AGs sowie Asset und Fund Managern. Auf Verkäuferseite fiel der Marktanteil internationaler Investoren mit 61 Prozent respektive 2,2 Milliarden Euro sogar noch höher aus als auf Käuferseite. So veräußerte beispielsweise die Fortress-Tochter Eurocastle die drei Portfolios Superstella, Tannenberg und Turret bestehend aus 107 Supermärkten, Discountern und Fachmarktzentren für etwa 286 Millionen Euro an Patrizia Immobilien.

Ausblick: Angebotsengpass bleibt bestehen

Die Zahl der Fachmarktzentren in Deutschland mit einer Mindestfläche von 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche liegt bei deutlich über 300. Dieses Angebot reicht bei weitem nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen.

Mit einer Besserung der Angebotssituation ist aufgrund der restriktiven Genehmigungspolitik der Kommunen bei Einzelhandelsgroßprojekten in naher Zukunft nicht zu rechnen. Auch die Restrukturierung und Modernisierung bestehender Fachmarktzentren schafft nur wenig Abhilfe.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Handelsimmobilien, Einkaufszentrum

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