23.07.2013 | BauInfoConsult

Eigenheimsektor kommt erst 2014 wieder in Fahrt

Zirka vier Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser werden in 2012 gebaut
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im laufenden Jahr wird es im Eigenheimsektor zu einem Rückgang im Neubau kommen. Erst ab 2014 geht es wieder aufwärts. Das ist ein Ergebnis der Bauprognose von BauInfoConsult. In 2013 werden demnach rund vier Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser fertiggestellt werden als noch 2012.

Der Eigenheimbau wird derzeit nach wie vor durch stabile Erwerbstätigkeit und steigende Einkommen bei gleichzeitig günstigen Finanzierungskonditionen gestützt. Hinzu kommt die Eurokrise, die die Haushalte dazu veranlasst in die als sicher geltende Anlage Wohneigentum zu investieren.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurden die Bauherren im Jahresverlauf 2012 dennoch durch die Eurokrise eher verunsichert als zum Bauen animiert. Zudem darf man nicht unterschätzen, dass trotz günstiger Kredite die Preise für Bauland und die Baukosten gestiegen sind, so dass sich viele Eigenheiminteressenten vermehrt nach den vermeintlich günstigeren Kaufimmobilien umsehen.

Verhaltene Genehmigungspolitik trägt zum Rückgang bei

Aufgrund der deshalb etwas verhaltenen Genehmigungsentwicklung bei Einfamilienhäusern im Jahresverlauf von 2012 ist 2013 nur ein leichter Anstieg der Fertigstellungen gegenüber 2012 zu erwarten. Darauf deuten auch die Erwartungen der 540 von BauInfoConsult nach ihren Geschäftserwartungen in dieser Bausparte befragten Architekten, Bauunternehmer und SHK-Installateure hin.

Die Entwicklung der ersten Monate des Jahres stellt für das Baujahr 2014 jedoch bereits eine Steigerung in Aussicht. Bei einer Fortsetzung dieser Entwicklung bei gleich bleibenden Rahmenbedingungen lassen sich für 2014 und 2015 weitere Steigerungen der Fertigstellungszahlen im Eigenheimbau erwarten.

Trend zu neuen Mehrfamilienhäusern könnte wieder nachlassen

Im Drei- und Mehrfamilienhaussektor lässt sich für 2012 ein Anstieg feststellen. Dieser Trend scheint 2013 ungebremst weiter zu gehen, könnte jedoch ab 2014 wieder abflachen. Die Gründe für das Wachstum, das vor allem in den Ballungsräumen zu besichtigen ist, sind die zunehmende Zuwanderung in Metropolregionen sowie der generelle Trend zu kleineren Haushalten. Doch die hohe Nachfrage wird gleichzeitig durch das verknappte Baulandangebot in den bevorzugten Regionen ausgebremst.

Rund vier Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser als 2012

Aufgrund des unerwartet starken Genehmigungsrückgangs bei Einfamilienhäusern im Jahr 2012 und der zusätzlichen Verzögerungen durch die witterungsbedingt schwachen Baufortschritte bei vielen Projekten im ersten Quartal 2013 dürften 2013 rund vier Prozent weniger Ein- und Zweifamilienhäuser fertig gestellt werden als 2012. Bei Mehrfamilienhäusern sind bis Ende 2013 dagegen rund zwölf Prozent mehr neue Gebäude zu erwarten als im Vorjahr.

Die überdurchschnittlich gute Stimmungs- und Auftragslage bei Architekten zu Jahresbeginn und zur Jahresmitte deutet darauf hin, dass sich derzeit viele Projekte im Frühstadium befinden, die 2014 bereits fertiggestellt sein dürften. In beiden hier betrachteten Bausegmenten gehen wir von einer beträchtlichen Steigerung aus.

Regionen Süd und Ost kommen wieder auf Kurs

Regional betrachtet kommt bei den Eigenheimen im Jahr 2014 vor allem die Häuslebauer-Region Süd und der Osten (wo insbesondere Brandenburg von der Berliner Metropolregion profitiert, aber auch die anderen Länder wieder nachlegen) nach dem leichten Schwächeln im Jahr 2013 wieder auf Kurs.

Im Westen dürfte die Erholung allerdings nur auf das Niveau von 2012 zurückklettern, im Nordwesten bleibt es leicht dahinter zurück – insbesondere in den beiden Flächenstaaten. Im Mehrfamilienhausbereich steigen unsere Erwartungen an alle Regionen. Im Jahr 2014 können insbesondere der Nordwesten, Süden und Westen das Vorjahresergebnis nochmals deutlich übertrumpfen.

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