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Düsseldorfer Logistikmarkt fehlen großvolumige Flächen

Düsseldorf fehlen die Flächen
Bild: Jürgen Treiber

In der Region Düsseldorf wurden im 1. Halbjahr 2012 mit rund 84.000 Quadratmetern ein Drittel weniger Lager- und Logistikflächen umgesetzt als im Vergleichszeitraum 2011. Grund für den Rückgang ist laut Jones Lang LaSalle auch der steigende Mangel an großflächigen Anmietungen.

Auch im Fünfjahresvergleich der jeweils ersten Halbjahre ist ein Rückgang (-13 %) zu notieren. "Wie erwartet hat nach dem starken ersten Quartal der Umsatz spürbar nachgelassen", so Arnd Sternberg, Leiter Industrie Immobilien bei Jones Lang LaSalle in Düsseldorf. Dabei wurde für das Volumen in der Größenordnung ab 5.000 Quadratmetern musste im Jahresvergleich ein deutlich unterdurchschnittliches Ergebnis notiert (- 57 %).

"Leerstände in dieser Größenordnung gibt es kaum", so Sternberg. "Oft ist es bereits schwierig, freie Flächen zwischen 2.000 und 3.000 Quadratmetern zu finden." Das Problem werde in den kommenden sechs Monaten nicht kleiner. Auch insofern würden sich die Umsatzaktivitäten deutlich unter denen des Vorjahres bewegen.

Finanzierungsproblem: Entwicklern fehlt der Mut zum spekulativen Bauen

Die in den ersten sechs Monaten fertig gestellten Lagerflächen mit einem Volumen von zirka 51.000 Quadratmetern sind allesamt durch Eigennutzer errichtet, auf die im Halbjahreszeitraum der vergangenen fünf Jahre durchschnittlich nur 8.300 Quadratmeter entfielen (45 % des durchschnittlichen Halbjahres-Fertigstellungsvolumens).

"Die Zahlen machen deutlich, wie groß der Mangel an Flächen 2012 ist und dass, wer kann, selbst baut", so Sternberg. Und von den für das zweite Halbjahr im Bau befindlichen Hallenflächen (rund 21.000 m²)  ist etwa die Hälfte bereits vorvermietet. Bei den übrigen zur Verfügung stehenden Flächen handelt es sich überwiegend um kleinere Einheiten.

"Zum einen fehlt den Entwicklern nach wie vor der Mut, größere Flächen spekulativ zu bauen. Zum anderen stehen auch wenig entsprechende Grundstücke zur Verfügung", so Sternberg. Darüber hinaus sei auch die Finanzierung ein Problem, gerade bei spekulativen Projekten. Oft stimmten Mieterwünsche, kurze Mietvertragslaufzeiten von drei Jahren oder weniger, mit Vorgaben von Entwicklern und Banken (Verträge über 8-10 Jahre) nicht überein.

Transport/Verkehr/Lagerhaltung mietet die meisten Flächen

Mit einem Anteil von 50 Prozent traten im ersten Halbjahr Unternehmen aus der Branche Transport / Verkehr / Lagerhaltung am meisten in Erscheinung, darunter bei den bis dato drei größten Deals des Jahres: Rhenus mietete in Grevenbroich zirka 19.000 Quadratmeter, die Mannesmannröhren Logistic GmbH rund 10.000 Quadratmeter in Ratingen und das Unternehmen Lagerbox 5.000 Quadratmeter im Düsseldorfer Stadtgebiet.

Mit deutlichem Abstand folgen Industrie- (31 %) und Handelsunternehmen (14%). Gefragt war vor allem das Stadtgebiet von Düsseldorf, ein Drittel der Mietverträge - mit einem Anteil von 25 Prozent am Umsatzvolumen - wurde hier abgeschlossen. Auf Neuss und Ratingen entfallen 26 Prozent beziehungsweise 22 Prozent der Abschlüsse.

Schlagworte zum Thema:  Logistikimmobilie, Marktanalyse

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