02.04.2015 | CBRE/Savills

Dresden mit 35.000 Wohnportfolio-Deals im ersten Quartal

In Dresden wurden die meisten Wohnpakete gehandelt
Bild: Juergen Gessner ⁄

Bedingt durch die Übernahme der Gagfah durch die Deutsche Annington lag das Transaktionsvolumen mit Wohnpaketen in den ersten drei Monaten 2015 nach Analysen des Immobilienberaters CBRE bei rund 10,6 Milliarden Euro. Dresden (dort liegt der Schwerpunkt des Gagfah-Portfolios) führt Savills zufolge mit 35.000 gehandelten Einheiten die Liste der umsatzstärksten Städte an.

Nach Angaben von CBRE wurden bei 57 registrierten Portfoliotransaktionen (nach 59 im Vorjahreszeitraum) insgesamt rund 172.000 Wohneinheiten (plus 70 Prozent) gehandelt.

Aber auch ohne die Großfusion Annington-Gagfah lag das Transaktionsvolumen des ersten Quartals 2015 mit insgesamt gut 2,6 Milliarden Euro über dem durchschnittlichen Quartalsergebnis der letzten vier Jahre. Der erzielte Verkaufspreis pro Wohneinheit lag im Durchschnitt bei 61.100 Euro, zehn Prozent höher als noch ein Jahr zuvor. Auch der Kaufpreis pro Quadratmeter Wohnraum erhöhte sich in den letzten zwölf Monaten um 13 Prozent auf über 1.000 Euro.

Weiter steigende Verkaufspreise für Wohnpakete

"Der Wettbewerb um deutsche Wohnimmobilien wird weiter zunehmen, sodass sich die Renditen für erstklassige Wohnungspakete auf dem aktuell niedrigen Niveau weiter verfestigen", erklärt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. Dafür sorge der kontinuierliche Zustrom neuer Anlegergelder, die am deutschen Markt investieren.

Dominiert wurde der Jahresauftakt 2015 im Wesentlichen von der Gagfah-Übernahme durch die Deutsche Annington, jedoch konnten acht weitere großvolumige Portfoliotransaktionen mit jeweils 100 Millionen Euro und mehr registriert werden.

Auffallend ist, dass zunehmend ausländische börsennotierte Wohnungsgesellschaften beziehungsweise REITs sich am deutschen Markt betätigen, wobei sich deren Investitionsfokus im ersten Quartal 2015 auf Berlin und das Hamburger Umland konzentrierte.

Portfolioaufschläge in Berlin

Weiterhin zählt CBRE zufolge Berlin zu den aktivsten Investmentstandorten Deutschlands. In den ersten drei Monaten 2015 wurde über eine Milliarde Euro mit Wohnpaketen umgesetzt. Ungeachtet der im Bundestag beschlossenen und vom Bundesrat genehmigten Mietpreisbremse.

In Berlin rücken insbesondere sanierte beziehungsweise teilsanierte Plattenbaubestände in Spandau und Marzahn-Hellersdorf in den Fokus der Immobilieninvestoren. Damit kommt auch die gestiegene Risikobereitschaft der Investoren zum Ausdruck, zumal im Core-Segment die Yield Compression bereits deutlich weiter fortgeschritten ist und sich die Anfangsrenditen für erstklassige Wohnungspakete in Berlin zunehmend dem niedrigen Niveau der anderen Top-Standorte wie Hamburg oder Frankfurt weiter annähern.

Die große Nachfrage und die limitierte Produktverfügbarkeit sorgen in der Bundeshauptstadt für weiter steigende Verkaufspreise. In Berlin kann aktuell von einem Portfolio-Premium von zehn bis 15 Prozent gesprochen werden.

Savills: Neuer Rekordumsatz absehbar - Risikobereitschaft steigt

Da für den weiteren Jahresverlauf noch mehrere Übernahmen beziehungsweise Zusammenschlüsse von Wohnungsunternehmen zu erwarten sind, wird im Jahr 2015 voraussichtlich ein neuer Umsatzrekord am Wohnungsportfoliomarkt erzielt werden.

Neben dem Gagfah-Portfolio, das 80 Prozent der Transaktionen ausmachte, wurden im ersten Quartal 2015 noch 56 weitere Wohnungspakete verkauft und damit vier mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings ist die Zahl der Transaktionen mit mindestens 1.000 Einheiten von zehn auf vier zurückgegangen, als Folge des geringen Angebots in diesem Größensegment. Ein Nachfrageüberhang besteht über alle Größenklassen hinweg, was sich auch in der Preisentwicklung widerspiegelt.

Im Durchschnitt wurden für die im ersten Quartal gehandelten Einheiten mehr als 64.000 Euro gezahlt (plus 18 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2014). Bei mehr als jedem dritten Paket wurde ein Preis von mindestens 100.000 Euro je Einheit erzielt.

Weil Dresden einen regionalen Schwerpunkt des Gagfah-Portfolios darstellt, führt die sächsische Hauptstadt die Liste der umsatzstärksten Städte an (zirka 35.000 Einheiten). Berlin folgt auf Rang Zwei (zirka 24.000 Einheiten). Den dritten Platz belegt Hamburg (zirka 11.000 Einheiten).

Insgesamt wurden im ersten Quartal in mehr als fünfzig Städten und Gemeinden Wohnungspakete gehandelt, darunter auch in Gelsenkirchen, Halle (Saale) und Zwickau, die allesamt recht ungünstige Bevölkerungsprognosen aufweisen. Das zeigt, dass einige Investoren eine recht hohe Risikobereitschaft mitbringen. Bei diesen Investoren handelt es sich unter anderem um Privatinvestoren beziehungsweise Family Offices sowie Projektentwickler.

Private-Equity-Gesellschaften traten dagegen kaum als Käufer auf. Fast 90 Prozent des Ankaufsvolumens entfielen auf Immobilien-AGs, mit großem Abstand folgen sonstige Asset-Manager (fünf Prozent) sowie Spezialfonds (zwei Prozent).

Auch auf der Verkäuferseite bildeten Immobilien-AGs (bzw. deren Aktionäre) und sonstige Asset-Manager die beiden größten Akteursgruppen.

Lesen Sie auch:

Personalie: Allianz Real Estate

Unternehmen: Deutsche Annington lehnt Dividende für Gagfah-Aktionäre ab

Unternehmen: Formart verkauft Revitalisierungs-Sparte der Durst-Bau

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien

Aktuell

Meistgelesen