15.08.2016 | Kommentar

Dr. Klein: Baufinanzierungszinsen sinken nach Brexit weiter

Die langfristigen Auswirkungen des Brexit auf den Hypothekenmarkt in Deutschland sind unklar
Bild: Dr. Klein & Co. AG

Die Baufinanzierungszinsen sinken seit dem Brexit-Votum am 23. Juni weiter. Anfang August lag der Bestzins bei 0,78 Prozent und erreichte damit dem Finanzdienstleister Dr. Klein zufolge einen neuen Tiefststand. Wie Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, kommentiert, ist das für Immobilienkäufer kurzfristig von Vorteil, mittel- und langfristige Folgen des Brexit auf den Hypothekenmarkt sind aber noch unklar.

Da ein EU-Austritt ein Novum sei, wolle die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin abwarten und den Leitzins von null Prozent vorerst beibehalten, schreibt Gawarecki. Sobald eine genaue Bewertung möglich sei, wolle EZB-Präsident Mario Draghi eine Anpassung der Geldpolitik an die allgemeine Wirtschaftslage vornehmen und eventuelle negative Auswirkungen des Brexit auf den Finanzmarkt ausgleichen. Die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank findet am 8. September statt.

Wie entwickeln sich die Baufinanzierungszinsen?

Auch die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Brexit auf den Hypothekenmarkt in Deutschland sind Gawarecki zufolge noch unklar. Kurzfristig können Immobilienkäufer weiterhin von den extrem tiefen Baufinanzierungszinsen profitieren.

"Jedoch sollte damit nicht zu lange gewartet werden, denn sobald die Konsequenzen des Brexit auf den Finanzmarkt abzusehen sind, kann man damit rechnen, dass Draghi seine Worte in die Tat umsetzen wird“, erklärt Gawarecki.

Dann könnten auch die Baufinanzierungszinsen wieder steigen. Empfehlenswert sei es daher, sich jetzt eine Finanzierung mit hoher Tilgungsrate und langer Zinsbindung zu sichern. Die Bereitschaft zu einer höheren anfänglichen Tilgung steigt nach Auswertungen für den Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) seit September 2015 stetig.

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Schlagworte zum Thema:  Baufinanzierung, Zinsen, Brexit, Kommentar

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