Hinsichtlich einzelner Diversity-Aspekte ist die Immobilienwirtschaft durchaus schon aktiv. Vor allem zum Thema „Förderung von Frauen in der Immobilienwirtschaft“ gab es in der Vergangenheit Bemühungen, etwa durch den Verein „Frauen in der Immobilienbranche“.  

Der Begriff Diversity wird am besten mit „Vielfalt in der Belegschaft“ übersetzt. Die heutige Diversity-Forschung fasst unter dem Begriff sechs Kerndimensionen zusammen: Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, ethnische Herkunft, Behinderung, Religion und Weltanschauung. Hinzu kommen Faktoren wie zum Beispiel der Familienstand, Berufserfahrung, Einkommen und unternehmensinterne Einflussgrößen wie Abteilungszugehörigkeit oder Arbeits­­tätigkeit.

Der Vielfaltsgedanken kommt ursprünglich aus den USA und gründet auf den Bestrebungen der Bürgerrechts-, Frauen- und Homosexuellen­bewegungen nach Chancengleichheit. In den 1990er Jahren ist das unternehmerische Diversity-Konzept durch Niederlassungen amerikanischer Unternehmen auch nach Deutschland gekommen.

Diversity in Unternehmen beruht auch heute noch weitestgehend auf Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung. Gleichwohl sind mittlerweile mehrere gesetzliche Regelungen in Kraft, etwa das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“, welches Diskriminierungen wegen ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Religion, Alter oder sexueller Orientierung verbietet. 

Diversity bislang erst in Teilbereichen

In der Immobililenbranche spielt das Thema Diversity bislang vor allem in Teilbereichen eine Rolle. Hinsichtlich einzelner Diversity-Aspekte ist die Immobilienwirtschaft durchaus schon aktiv. Vor allem zum Thema „Förderung von Frauen in der Immobilienwirtschaft“ gab es in der Vergangenheit Bemühungen, etwa durch den Verein „Frauen in der Immobilienbranche“

Laut einer Umfrage des ZIA liegt der Frauenanteil in Immobilienunternehmen bei der ersten und zweiten Führungsebene bei 14,5 beziehungsweise 16 Prozent, verglichen mit rund 45 Prozent auf den unteren Hierarchieebenen. Für Deutschland insgesamt belaufen sich die aktuellen Werte auf 30 Prozent bei weiblichen Führungskräften.

Die Diskussion zu Diversity wird neben dem Engagement einzelner Unternehmen zunehmend auch auf Branchen­ebene durch die Berufsverbände geführt – zunächst als Teilaspekt im Rahmen von Corporate-Social-Responsibility (CSR)-Überlegungen, seit Kurzem auch als eigenständiger Handlungsbereich. So hat der Berufsverband RICS 2016 ein freiwilliges Label für die Immobilienwirtschaft lanciert, das Inclusive Employer Quality Mark (IEQM).

Entwickelt wurde dieses Label auf Basis einer Befragung von britischen Unternehmen der Immobilienwirtschaft zu den schon vorhandenen Praktiken im Bereich Diversity. Das Label soll nun sukzessive auf andere Länder übertragen werden. Ziel des Labels ist es, große wie kleine Firmen dazu zu bringen, ihre bisherigen Personalpraktiken zu überdenken und eine Verhaltensänderung zu initiieren, damit Inklusion ins Zentrum des Handelns gerückt wird. 

76 Immobilienunternehmen haben Charta der Vielfalt unterzeichnet

Um den Vielfaltsgedanken bei Unternehmen bekannter zu machen, wurde im Jahre 2006 die „Charta der Vielfalt“ verabschiedet. Sie enthält eine  Selbstverpflichtung zur Umsetzung von Diversity Management. Mittlerweile haben rund 2.700 Unternehmen und (öffentliche) Organisationen die Charta unterzeichnet, darunter 26 der 30 Dax-Unternehmen.

Aus der Immobilienwirtschaft sind bislang 76 Unternehmen dabei, davon 41 aus dem Baugewerbe und 35 aus dem Bereich „Grundstücks- und Wohnungswesen“. Unternehmen außerhalb dieser klassischen Bereiche – wie etwa REWE, IKEA, Robert Bosch oder SAP –, die ebenfalls Mitglied im ZIA sind und die Charta unterzeichnet haben, sind in dieser Zahl noch nicht enthalten.

Schlagworte zum Thema:  Studie, Diversity