19.10.2015 | Catella

Umfrage: Big Data wird in der Immobilienwirtschaft unterschätzt

Big Data: Das größte Potenzial sehen die Befragten in der Verbesserung der Entscheidungsfindung
Bild: Catella Research

Big Data wird als relevant angesehen für die Entwicklung der Immobilienbranche. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie von Catella. Allerdings setze nur ein geringer Teil der Unternehmen Big Data als Prozesselement ein, wie Chefanalyst Dr. Thomas Beyerle sagt. Lediglich 23,4 Prozent der Befragten gaben an, sich auf Grundlage dieser Informationen zu entscheiden.

Bei den meisten Unternehmen haben die Daten eher einen flüchtigen Charakter und sind nur teilweise auf die Gebäude selbst fokussiert. Doch gerade die Immobilien werden mehr denn je zum Datenproduzenten und wirken damit direkt auf die Unternehmen. Die Kombination "Daten & Erfahrung" wurde von 11,7 Prozent gewählt.

Als größte Transparenzdefizite an den Immobilienmärkten werden gesehen: "keine standardisierten Daten / Erhebungsmethoden" (34,2 Prozent), "keine zentrale Datenquelle" (21,1 Prozent und "keine Datenlage auf Teilmarktebene" (19,2 Prozent).

Nur 5,7 Prozent erwarten messbare Veränderungen bei der Immobilienfinanzierung

Gefragt nach den größten Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung, erwarten 30,5 Prozent der Befragten Strukturbrüche im Bereich "Immobilieninvestment", gefolgt von 23,8 Prozent bei der "Transaktionsberatung". Lediglich 5,7 Prozent erwarten eine messbare Veränderung im Bereich "Immobilienfinanzierung".

Das größte Potenzial von Big Data wird in der Verbesserung der Entscheidungsfindung (77 Nennungen) gesehen, gefolgt von der Transparenz an den Immobilienmärkten (67) sowie der Risikominimierung (57).

Vorteile vor allem auf Gebäudeebene

In der Differenzierung auf Gebäude-, Dienstleistungs- und Marktebene werden die Vorteile von Big Data sichtbar: Auf Gebäudeebene können große Mengen an technischen Daten aufgezeichnet und in Echtzeit analysiert werden.

Auf Dienstleistungsebene kann durch transparente Kundenprofile ein verbesserter und auf den Klienten zugeschnittener Kundenservice angeboten werden. Auf Marktebene können Finanz-, Investment- und Marktdaten ähnlich wie bei Big-Data-Anwendungen im Finanzsektor unterstützend zur Kaufentscheidung und Risikoeinschätzung verwendet werden.

Big Data schafft neue Berufsbilder

Fragen nach dem immobilienwirtschaften Outsourcing werden künftig auf der Agenda der Entscheider ganz oben stehen. Nicht nur neue Berufsbilder wie der Data Scientist werden entstehen, eine veränderte Preisgestaltung oder eine personalisierte Immobilienwerbung stehen auf der Liste der Veränderungen in den kommenden Jahren, so die Analysten.

"Gerade in der kundenorientierten Spezialisierung und bei der transparenten Preisgestaltung sehen wir einen sehr großen Strukturbruch auf die Branche zukommen", so Beyerle. Aber auch Fragen zu den Eigentumsstrukturen der Daten werden beantwortet werden müssen.

In der Studie "Big Data in der Immobilienwirtschaft – Chance oder Branchenbedrohung?" haben die Analysten von Catella den Status Quo und die Zukunftsfähigkeit der europäischen Immobilienbranche vor dem Hintergrund der Digitalisierung untersucht und 468 europäische Unternehmen befragt.

Schwerpunktthema auf der Expo Real: Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

Schlagworte zum Thema:  Immobilienwirtschaft, Digitalisierung, Big Data

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