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Umfrage: Digitalisierung steht bei 90 Prozent der Immobilienunternehmen auf der Agenda

Die jungen Technologieunternehmen der Immobilienwirtschaft setzen mehrheitlich auf Big Data.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Immobilienwirtschaft stellt laut ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss jeden zehnten Arbeitsplatz in Deutschland. Und doch bleibt die Mehrheit der etablierten Unternehmen noch immer traditionellen Geschäftsmodellen treu. Die Themen Digitalisierung und Big Data, die für PropTechs Standard sind, stehen aber zunehmend auf der Agenda, wie eine Umfrage von ZIA und Ernst & Young (EY) Real Estate zeigt: 90 Prozent der Befragten bestätigen das.

Nachholbedarf besteht den Studienautoren zufolge aber nach wie vor. Das zeigt auch eine Studie von Catella aus dem Jahr 2015. Dabei sehen die etablierten Vertreter und die jungen Technologieunternehmen der Immobilienwirtschaft erstaunlich ähnliche Trends. „Beide Gruppen halten Big Data und Datenstrukturierung für wichtige Zukunftsthemen“, sagt Martin Rodeck, Innovationsbeauftragter beim ZIA und Geschäftsführer der OVG Real Estate in Deutschland.

Datenstrukturierung nennen 95 Prozent der Befragten in beiden Gruppen, beim Thema Big Data sind es kaum weniger. Die jungen Technologieunternehmen der Immobilienwirtschaft setzen der Umfrage zufolge mehrheitlich auf Big Data (55 Prozent). Immobilienfonds und andere etablierte Unternehmen der Branche sind zurückhaltender (42 Prozent), gaben jedoch an, aktiver werden zu wollen.

Ähnliche Ziele – unterschiedliche Bewertung der Trends

So ähnlich die Ziele der beiden Gruppen in vielen Feldern sind – nicht alle Zukunftsvisionen werden geteilt. Ein Beispiel ist die künstliche Intelligenz. „Das Thema wird von den etablierten Unternehmen als weniger wichtig gewertet“, so Christian Schulz-Wulkow, Leiter des Immobiliensektors in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei EY.

Gleiches gilt für die "Augmented Reality" – ein Beispiel wären hier Datenbrillen für virtuelle Wohnungsbesichtigungen – oder für das "Internet der Dinge", wonach mehr oder weniger alle technischen Geräte in einer Wohnung oder in einem Büro automatisch über das Netz miteinander kommunizieren. Die etablierten Marktteilnehmer halten diese Themen nur bedingt für wichtig und unterschätzen den Studienautoren zufolge die Kraft der Veränderung: Ein Großteil der Befragten geht davon aus, dass das Kerngeschäft durch digitalen Wandel und junge Technologie-Unternehmen nicht in Gefahr ist.

Zur Umfrage

Im Rahmen der Untersuchung wurden 114 Technologie-Start-ups jeweils mit Gründungsjahr, Unternehmensschwerpunkt und Gründungsort erfasst. Zum größten Teil wurden die teilnehmenden Unternehmen in den vergangenen drei Jahren ins Leben gerufen. Rund 42 Prozent der jungen Unternehmen (48 Start-ups) gründeten sich im Raum Berlin. Dahinter folgt Bayern mit einem Anteil von 18 Prozent (21 Start-ups); die Unternehmen haben sich hier überwiegend im Raum München angesiedelt. Hamburg belegt mit zehn Unternehmen den dritten Platz im Ranking der Digital-Standorte.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Immobilienunternehmen, Startup

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