Die Anzahl der Start-ups entscheidet über die Zukunftsfähigkeit

Die Anhäufung innovativer Unternehmen um Fintech-Zentren zu entwickeln, sind im aktuellen Wettbewerb der Immobilienmärkte entscheidend, vor allem in der Diskussion um die Profiteure des Brexit außerhalb Londons. Zu diesem Ergebnis kommt Catella. Laut einer Untersuchung der Deutschen Hypo entfällt in Berlin auf Startups bereits ein Anteil von 8,0 Prozent am Büroflächenumsatz der Hauptstadt.

Start-ups in der europäischen Immobilienwirtschaft sind ein Schub für Innovationen, wie der neue Catella Market Tracker zeigt, und ein wichtiger Stimmungsindikator, der deutlich macht, wie es um die Zukunftsbezogenheit und die Dynamik von Immobilienstandorten oder Regionen aussieht. Weltweit hängt Kontinaleuropa dieser Entwicklung noch hinterher, wie Catella bereits in früheren Untersuchungen herausfand. Während große Immobilienmärkte wie Paris (718), Berlin (708), Amsterdam (344), Frankfurt am Main (289) und Stockholm (236) noch Luft nach oben haben, besitzt der kleinste Markt Dublin (1.220) die größte Anzahl an Startups, heißt es in der Untersuchung. Laut einer Studie der Deutschen Hypo stellt die hohe Dynamik der Berliner Startup-Szene für die zukünftige Wirtschaftskraft der Hauptstadt eine große Chance dar. Schon heute entfalle auf Startups ein Anteil von 8,0 Prozent am gesamten Berliner Büroflächenumsatz. Im Vergleich zu anderen europäischen Startup-Zentren weist Berlin günstige Büromieten, geringe Lebenshaltungskosten und ein breites öffentliches Nahverkehrsangebot auf, sagt die Deutsche Hypo. Weiterer Pluspunkt der Hauptstadt sei das umfassendes Angebot an Co-Working-Anbietern. Im April wird in Berlin beispielsweise ein Co-Living-Space eröffnet, in dem junge Berufstätige und internationale Unternehmer nicht nur berufliche Interessen teilen, sondern auch gemeinsam wohnen.

Laut der Untersuchung von Catella besitzt Frankfurt derzeit den höchsten Anteil an FinTech-Startups der sechs untersuchten Städte. Diese Zahl könnte durch aktive Bemühungen in den kommenden Jahren weiter steigen. Laut einer Studie von DB Research spekulieren bereits einige Investoren darauf, dass unter anderem Startups und Fintechs große Kapazitäten von London nach Frankfurt verlegen werden. Auch Gründungen finden in Frankfurt statt, solche wie das  Vermieterportal Devepo.

Als Innovationsschub sind diese innovativen Unternehmen laut Catella enorm wichtig, da sie zu einer Veränderung der Dienstleistungsindustrie und der Stadt führten. In unserer Serie "Real Estate Innovation Glossar" wird erklärt, warum PropTechs erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen und wie etablierte Immobilienunternehmen die neuen Technologien für sich nutzen können.

Zwar werden laut Catella auch so genannte weiche Standortfaktoren wie Lebensqualität, Zugang zu qualifiziertem Personal oder Karrieremöglichkeiten weiterhin eine wichtige Rolle spielen, aber vor allem nach dem Brexit bilde ein funktionelles Start-up-Ökosystem in der Standortdebatte die Basis, um das künftige Flächenpotenzial abzuleiten. Diese Basis werde die Entscheidungen bezüglich Verlagerungen determinieren. Auch die Immobilienbranche wird für Start-ups immer attraktiver, was im Juni 2016 etwa zur Gründung der Berliner "German PropTech Initiative" (GPTI) führte. Oder das Accelerator-Programm "Blackprint PropTech Booster" für Startups in Frankfurt, das innovative, digitale Geschäftsmodelle mit Bezug zur Immobilienwirtschaft fördert.

Start-ups verlangen Flexibilisierung von Bürokonzepten

Und dennoch: Start-ups seien zwar ein hinreichender, "aber kein zwingender Marktmechanismus für die Zukunftsfähigkeit funktionierender Büromärkte in Europa", sagt Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella. Dublin etwa sei durch die ansässigen „Multinationals“ und junge Arbeiterschaft in Bezug auf Technologie, Talent und Toleranz gut ausgestattet, auf Immobilienebene jedoch habe beispielsweise die irische Hauptstadt mit hohen Mieten und einem eher kleinen Büroflächenbestand zu kämpfen.

Die großflächige Umsetzung von Mixed-Use-Konzepten zeigt laut Catella auch eine Veränderung der Denkweise in einer modernen Arbeitswelt, in der die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben zunehmend verwischen. Flexibilisierung wird Catella zufolge auch in der steigenden Nutzung von neuen Bürokonzepten, etwa „pay-per-use“-Konzepten, sichtbar. Das ist für Start-ups entscheidend, da sie Büroraum ohne langfristige, kostenintensive Verpflichtungen nutzen können.

Haufe Online Redaktion
Schlagworte zum Thema:  Startup, Innovation, Immobilienmarkt