| Deutliche Mietpreissteigerung

Deutschland und Nordeuropa im Fokus der Investoren

Für den Pariser Markt empfiehlt iii-investments inzwischen Zurückhaltung
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Europas Kernländer bieten gute Einstiegsmöglichkeiten auf den Gewerbe-Immobilienmärkten. Laut Research-Bericht von iii-investments haben Investoren dabei vor allem Deutschland und Nordeuropa im Blick.

Grundsätzlich zementiert die anhaltende Politik des billigen Geldes der Europäischen Zentralbank den Renditevorteil von Immobilieninvestments gegenüber Anleihen. Angesichts der konjunkturellen Eintrübung haben Investoren ihre Erwartungen der Mietpreisentwicklung in den letzten Monaten allerdings reduziert.

Gleichzeitig haben etliche Projektentwickler mit Blick auf die Konjunktur und aufgrund fehlender Finanzierungen ihre Neuprojekt-Planungen bis in die Jahre 2014/2015 verschoben. In Folge der niedrigen Fertigstellungen dürften die Leerstandsraten weiter zurückgehen und die Mietpreise für gewerbliche Objekte in den nächsten Jahren weiter langsam steigen.

Marktentwicklung in Europa bleibt uneinheitlich

Die europäischen Mietmärkte haben sich seit Herbst 2011 als Folge der konjunkturellen Abschwächung uneinheitlich entwickelt. Zwar gingen die Flächenumsätze im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück, das Mietpreisniveau ist allerdings wie erwartet stabil geblieben, da die Leerstandsraten in nahezu allen europäischen Märkten rückläufig sind. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass Developer und Banken bei neuen Projekten weiterhin sehr zurückhaltend sind und folglich bis 2014/2015 nur in sehr begrenztem Umfang spekulative Projekte auf den Markt kommen werden.

„Vor allem im Spitzensegment beobachten wir in immer mehr Märkten eine Flächenknappheit, die trotz moderater wirtschaftlicher Entwicklung steigende Mieten zur Folge haben dürfte", sagt Reinhard Mattern, Geschäftsführer iii-investments. Am Investmentmarkt werden sich die im zweiten Halbjahr 2011 gestiegenen Fremdkapitalkosten allmählich stabilisieren. Vor allem in den europäischen Kernländern wird dies im Zusammenspiel mit dem leicht verbesserten Wirtschaftsausblick sowie der Knappheit an Immobilien für stabile bis leicht steigende Preise im Core-Segment sorgen.

Attraktiv: Städte aus Deutschland, Österreich, Schweden und Finnland

Das aktuelle Marktthermometer sieht im attraktiven und selektiv attraktiven Bereich überwiegend Städte aus Deutschland, Österreich, Schweden und Finnland. Bei dieser Einstufung bietet der jeweilige Standort auf Fünfjahressicht Preissteigerungspotenzial.

Im Vorjahresvergleich haben insbesondere westeuropäische Standorte wie Paris und Brüssel eine kritischere Bewertung erfahren. In Bezug auf die Märkte in Paris (CBD) und im Londoner Westend empfiehlt iii-investments inzwischen Zurückhaltung, da hier auf Grund gefallener Anfangsrenditen und gestiegener Mieten nur noch ein geringeres Preispotenzial besteht. Die B-Märkte von Großbritannien wie Birmingham oder Glasgow findet man trotz nur moderater Mietsteigerungserwartung im selektiv attraktiven Bereich wieder, da hier die Anfangsrenditen immer noch attraktiv sind.

Skeptisch bleibt Stefan Janotta, Head of Research von iii-investments, in Bezug auf die südeuropäischen Märkte: „Wir halten hier das Preisniveau vor dem Hintergrund der Verschuldungsproblematik und der hohen Renditen von Staatsanleihen weiterhin für zu hoch. Das Risiko der zukünftigen volkswirtschaftlichen Entwicklung und die eingeschränkte Handlungsfähigkeit der Staaten, die angesichts von Sparzwängen die Konjunktur nicht stützen können, ist nicht angemessen abgebildet." Standorte wie Mailand, Madrid und Barcelona finden sich deshalb unverändert am unteren Ende der Skala wieder.

Deutliche Zeichen der Gesundung sind laut dem Bericht hingegen in Irland zu erkennen, einem weiteren Problemfall der Euro-Zone. Angesichts unverändert hoher Zinsen für irische Staatsanleihen rangiert Dublin trotzdem weiter im unteren Bereich des Marktthermometers, ein Einstiegszeitpunkt ist also noch nicht erreicht.

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