Die Mai-Befragung des Deutsche Hypo Immobilienklimas zeigte eine getrübte Stimmung. Der Zählerwert liegt bei 129,8 Punkten und befindet sich auf dem Niveau vom Juli 2015. Das könnte auf eine Trendwende hindeuten. Als eine der größten Herausforderungen hat die Deutsche Hypo die zunehmende Urbanisierung identifiziert. Auch die europäische Immobilienkonjunktur im neuen Reecox hat sich im Vergleich zum Vorquartal (Euro-Score: 249,8) über alle sechs untersuchten Länder leicht abgeschwächt.

Wie nachhaltig der aktuelle Stimmungsdämpfer beim Deutsche Hypo Immobilienklima ausfalle, werde auch davon abhängen, wie intensiv sich die Marktteilnehmer mit der Rolle der Immobilie in der zukünftigen Stadtentwicklung auseinandersetzten, meint Sabine Barthauer, Mitglied des Vorstands der Deutschen Hypo.

Ursache ist vor allem das nachlassende Ertragsklima: Es verzeichnete eine Abnahme von vier Prozent auf 128,5 Zählerpunkte im Vergleich zum Vor­monat. Auch das Investmentklima hat an Geschwindigkeit verloren. Der Zäh­lerstand nahm um 2,6 Prozent ab und fiel auf 131 Punkte. Die immobilienwirtschaftlichen Rahmenbedingun­gen sind laut Barthauer jedoch weiterhin als sehr gut einzustufen, auch wenn sich Trübungen feststellen lassen.

Handelsklima weiter auf Sturzflug

Fast alle Segmente zeigen negati­ve Entwicklungen des Klimas. Einzige Ausnahme: das Hotel­klima, allerdings nur mit einem marginalen Wachstum. Im Vergleich der Assetklassen erreichen Hotels dennoch nur den vorletzten Platz – auch wenn es noch deutlich über 100 Zählerpunkten liegt.

Das Handelsklima setzt den Absturz weiter fort. Immer mehr Immobilienexperten bewerten diesen Bereich zunehmend kritischer. Mit minus 5,8 Prozent positioniert sich das Handelsklima auf nur noch 89,4 Zählerpunkte. Auch das Logistik­klima verlor im Mai 2018 an Fahrt. Der Rückgang war mit minus 5,3 Prozent ähnlich stark. Mit 140,9 Punkten liegt dieser Indikator je­doch sehr nahe beim Bürosegment mit 146,9 oder beim Wohnseg­ment mit 148,3 Zählerpunkten den beiden Assetklassen mit den der­zeit höchsten Werten.

Rückgang bei Immobilienkonjunktur: Treiber nicht klar zu erkennen

Die Immobilienkonjunktur in Deutschland wird ab sofort über den neuen Real Estate Economy Index (Reecox) dargestellt. Er bildet die Immobilienkonjunktur-Entwicklung von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, Spanien und den Niederlanden ab und basiert auf einer Befragung von mehr als 1.000 Marktteilnehmern.

Ende des vergangenen Jahres hatte die europäische Immobilienkonjunktur mit einem Euro-Score von rund 250 ihr Allzeithoch erreicht. Aktuell liegt der Euro-Score des Reecox bei 241,6 Zählerpunkten. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent (8,1 Punkten) verglichen mit Ende 2017. Ein eindeutiger Treiber für den Rückgang ist laut Deutsche Hypo nicht klar zu erkennen.

Mit minus 4,2 Prozent fällt das Minus zwischen Dezember 2017 und März 2018 in Großbritannien am stärksten aus, gefolgt von Frankreich mit minus 3,9 Prozent. Polen hat sich demnach stabil entwickelt mit einem Rückgang um 0,1 Prozent. Der Wert in den Niederlanden gab um 1,7 Prozent nach, Deutschland liegt mit minus 2,6 Prozent im Mittelfeld.

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