| Bauwirtschaft

Weiteres Wachstum für deutschen Hochbau erwartet

Aufgrund steigender Mieten werden vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut
Bild: Haufe Online Redaktion

Der deutsche Hochbau folgte im Jahr 2011 mit einer Umsatzsteigerung von 3,4 Prozent einem deutlichen Aufwärtstrend. Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants sagt in ihrer aktuellen Hochbau-Prognose für die kommenden Jahre weiteres, wenn auch geringeres Wachstum voraus.

Die Berater gehen in der aktuellen Auflage ihrer Studie für das Jahr 2012 von einem Anstieg des Marktvolumens um 1,6 Prozent aus. Für die folgenden Jahre prognostizieren sie ein schwächeres Wachstum für alle Teilmärkte des Hochbaus mit etwa 0,7 Prozent im Jahr 2013. Für das Jahr 2014 sehen die OC&C-Experten einen nahezu stagnierenden Markt mit einem leichten Plus von nur 0,2 Prozent.

Wachsender Markt bei Ein- und Zweifamilienhäusern

Potenzial steckt laut Prognose vor allem beim Neubau von Geschosswohnungen. Darüber hinaus rechnet OC&C mit einem wachsenden Markt bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie dem Wirtschaftsbau und einem leicht steigenden Renovierungsvolumen. Nur der öffentliche Bau wird nach dem endgültigen Auslaufen der Effekte aus den Konjunkturpaketen und vor dem Hintergrund klammer kommunaler Haushalte deutlich zurückgehen.

Mittelfristig wird dann auch die derzeit hohe Nachfrage nach neuem Wohnraum nachlassen. Zudem wird im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine schwächere gesamtwirtschaftliche Entwicklung erwartet, wodurch das Wachstum im Hochbau weiter eingebremst wird.

„Wichtige Indikatoren der Bauwirtschaft sind im Vergleich zum sehr positiven Jahr 2011 weiter angestiegen: Die Auftragseingänge und in der Folge die Auftragsbestände sind erneut gewachsen und auch die Auftragslage im Wohnungsbau als wichtigstem Segment des Hochbaus hat nochmals zugelegt“, sagt Axel Schäfer, der für den Bausektor verantwortliche OC&C-Partner.

Steigende Miet- und Kaufpreise fördern Wohnungsneubau

OC&C erwartet in den kommenden Jahren in fast allen Teilmärkten des Hochbaus ein wachsendes Volumen. Aufgrund steigender Miet- und Kaufpreise wird vor allem der Neubau von Geschosswohnungen zulegen. Dies gilt vor allem für Ballungsgebiete, in denen das Wohnungsangebot im Jahr 2011 mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten konnte. Gerade Eigentumswohnungen stellen infolge des Mietpreisanstiegs eine zunehmend interessante Option für Investoren dar. Die erwartete Erhöhung der KfW-Bundeszuschüsse könnte sich ebenfalls positiv auf den Wohnungsbau auswirken.

Mit Blick auf den Nichtwohnungsbau wird sich in Zukunft ausschließlich der Wirtschaftsbau positiv entwickeln. Die OC&C-Analyse geht davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung die Nachfrage nach wirtschaftlich genutzten Gebäuden sowie deren Renovierungen begünstigt.

Positive Aussichten auch für das Renovierungssegment

Für das Renovierungssegment, das mit knapp zwei Dritteln des Marktvolumens bedeutender ist als das Neubausegment, prognostiziert OC&C für 2012 ein Wachstum von 1,4 Prozent im Wohnungsbau und 1,1 Prozent im Nichtwohnungsbau. Das Renovierungsvolumen befindet sich bereits auf einem sehr hohen Niveau, so dass insgesamt wenig Raum für einen weiteren Anstieg bleibt. Bei nachlassendem Wachstum erwartet OC&C 2014 eine Stagnation.

Schlagworte zum Thema:  Bau, Wohnungsbau

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