Höhere Mieten waren auch aufgrund von Aufwertungen möglich, das soll laut Deutsche Wohnen so weiter gehen Bild: Corbis

Sinkende Leerstände und steigende Mieten sind die Folge des knappen Angebots an Wohnraum, vor allem in den Ballungsgebieten. Davon profitierte im ersten Halbjahr die Deutsche Wohnen, die bundesweit 163.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten vermietet, und verdiente noch einmal mehr knapp vier Prozent mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 672 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern mitteilt. Auch von eigenen Wohnbauplänen ist die Rede.

Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Prognose: Für 2017 erwartet die Deutsche Wohnen ein operatives Ergebnis von rund 425 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr hat der Konzern das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 221 Millionen Euro gesteigert.

Die durchschnittliche monatliche Vertragsmiete im Bestand betrug nach Angaben des Unternehmens im ersten Halbjahr 6,23 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten sind damit um 3,2 Prozent gewachsen.

Zukauf von Pflegeimmobilien trägt zum Ergebnis bei

Zum Portfolio der Deutsche Wohnen gehören auch Pflegeheime. Die jüngsten Zukäufe haben dem Unternehmen zufolge zum Ergebnis beigetragen. Der Ergebnisbeitrag aus dem Segment Pflege und Betreutes Wohnen stieg dem Unternehmen zufolge aufgrund von Zukäufen im letzten Geschäftsjahr auf 24,7 Millionen Euro (Vorjahr: 8,7 Millionen Euro). Die Pflegeeinrichtungen seien zu 97 Prozent ausgelastet.

Deutschen Wohnen will in neue Wohnungen investieren

Wie der Konkurrent Vonovia hat auch die Deutsche Wohnen Baupläne. Ein Anfang ist bereits gemacht: Vor kurzem kaufte der Konzern einen Teil eines ehemaligen Kasernengeländes in Potsdam, wo bis zu 400 Millionen Euro in rund 1.400 Wohnungen investiert werden sollen.

Verkauft wurden im ersten Halbjahr 2.611 Einheiten für 20,5 Millionen Euro. Trotz der Aufwertungen in den vergangenen zwei Jahren bewegen sich die Bruttomargen laut Deutsche Wohnen mit 23 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau.

Aufwertung des Portfolios

Auch die Aufwertung des Portfolios um knapp 900 Millionen Euro war ein wesentlicher Faktor für die Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr. Rund 800 Millionen Euro wurden im Core-Plus-Segment und hier maßgeblich im Großraum Berlin (760 Millionen Euro) investiert. An den Core-Standorten wurden Aufwertungen in Höhe von rund 70 Millionen Euro vorgenommen werden, insbesondere in der Region Hannover/Braunschweig.

Knapp 125 Millionen Euro fließen in Bestandsentwicklung

124,9 Millionen Euro (25,27 Euro pro Quadratmeter) hat die Deutsche Wohnen im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben in die Instandhaltung und Modernisierung des Immobilienportfolios investiert. Im Vorjahreszeitraum waren es 86,9 Millionen Euro (17,70 pro Quadratmeter).

Etwa 40 Prozent der Einheiten sind in der Ausschreibungs- oder Bauphase, knapp zehn Prozent sind bereits fertig gestellt. Bis zum Jahr 2021 sollen rund 30.000 Einheiten saniert werden, wie Vorstandschef Michael Zahn sagt.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsunternehmen, Wohnung, Wohnimmobilien, Wohnungsbau, Miete

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