20.03.2017 | IW-ImmobilienScout24 Index

Immobilienfirmen: Marktsituation positiv – bis auf die Finanzierungsbedingungen

Immobilienunternehmen sehen auch in der nahen Zukunft die Entwicklung ihrer Geschäftslage positiv
Bild: Haufe Online Redaktion

Deutsche Immobilienunternehmen bewerten ihre Lage im ersten Quartal 2017 mit einem Wert von 85 (von 100) als sehr gut. Das zeigt der „IW-ImmobilienScout24 Index“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und ImmobilienScout24. Für das laufende Jahr rechnen die 600 befragten Investoren und Projektentwickler sogar mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Weniger optimistisch sind die Experten im Hinblick auf die Finanzierungsbedingungen.

Der bisherige Spitzenwert von 84,7 aus dem IW-Index vom zweiten Quartal 2016, ist damit übertroffen. Damals schätzen vor allem Unternehmen, die in Wohnungen investieren, ihre Lage mit 96,8 nahe am Maximum von 100 ein.

„Die Branche zeigt sich insgesamt sehr entspannt“, kommentiert Professor Dr. Michael Voigtländer, Leiter Kompetenzfeld Finanz- und Immobilienmärkte des IW Köln. Demnach gehen 54 Prozent der Immobilienunternehmen von einer Wertsteigerung der Bestände aus. 65 Prozent prognostizieren weitere Mietsteigerungen.

In einer IW-Studie kurz nach dem Brexit-Votum zeigten sich nur wenige Unternehmen optimistisch im Hinblick auf die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation: Die Umfragewerte deuteten darauf hin, dass sich die Investoren auf das Ende des Booms vorbereiten.

Finanzierungsbedingungen werden weniger optimistisch gesehen

Im Hinblick auf die Finanzierungsbedingungen zeigt sich die Immobilienbranche weniger optimistisch. Immerhin rund 29 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung. Im Vorquartal waren nur 21 Prozent dieser Ansicht.

Büromarkt: Berlin ist Standort mit den besten Perspektiven

Für Büroimmobilien wurde die Lage im vierten Quartal 2016 mit einem Wert von 92 als hervorragend eingeschätzt. Das hat leicht nachgelassen: der aktuelle Wert liegt bei 87. Die überwiegende Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die Lage „etwa gleich bleiben“ wird (Wert 80). Auch die Wertentwicklung von Büroimmobilien wird positiv gesehen (Wert rund 51). Zudem rechnen Immobilieninvestoren und Projektentwickler mit steigenden Büromieten (Wert 69).

B-Standorte wenig relevant

Bei der Standortfrage mit den besten Perspektiven für eine langfristige Investition in Büroimmobilien nannten 30 Prozent Berlin als Nummer eins. Es folgen Frankfurt am Main auf Platz zwei (rund 18 Prozent) und München auf Platz drei (rund 14 Prozent).

Alternative Bürostandorte abseits der Top 7-Städte Berlin, Hamburg, Köln, München, Stuttgart, Düsseldorf und Frankfurt gelten bei den befragten Unternehmen als wenig relevant (3,6 Prozent). Im Büromarktindex von Corpus Sireo und Empirica schnitten demgegenüber vor allem die B-Städte gut ab.

„Die Hauptstadt bietet noch Wachstumsperspektiven im innerstädtischen Bereich. Damit ist Berlin gegenüber anderen Städten klar im Vorteil“, so Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24. Zudem sei Berlin ein Magnet für Unternehmen und erlebe eine hohe Nachfrage nach Büroimmobilien, was wiederum zu steigenden Büromieten führe.

Auch einer gif-Erhebung zufolge ist der Anstieg der Büromieten in Berlin mit rund 13,7 Prozent am höchsten.

 

Schlagworte zum Thema:  Immobilienunternehmen, Marktsituation, Immobilienfinanzierung

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