Deutsche-Hypo-Index: Niedrigster Wert seit vier Jahren

Leichtes Sommerbeben beim Immobilienklima: Das Ergebnis der 128. Monatsbefragung des Deutsche-Hypo-Immobilienklimas setzt den negativen Trend der letzten Monate fort. So fiel das Immobilienklima im Vergleich zum Vormonat auf 120,2 Punkte und ging damit um rund 4,4 Prozent zurück. Ein vergleichbar niedriger Wert war zuletzt im November 2014 zu verzeichnen.

Den wesentlichen Beitrag zu diesem Rückgang leistete das Investmentklima, das im Vergleich zum Vormonat um rund 5,9 Prozent auf nun 120,0 Punkte zurückging, der niedrigste Wert seit Dezember 2012. Der Rückgang des Ertragsklimas um rund 2,8 Prozent auf 120,4 Punkte fiel dagegen vergleichsweise moderat aus. Nachdem bereits das letzte Halbjahr von negativen Tendenzen geprägt war, stellt das aktuelle Ergebnis laut Deutscher Hypo eine Verschärfung dieser Dynamik dar.

Trend in Assetklassen unterschiedlich stark

Der allgemein negative Trend des Immobilienklimas war im Kontext der fünf betrachteten Assetklassen unterschiedlich stark ausgeprägt. Während in den Segmenten Büro-, Wohn- und Logistikimmobilien zwar rückläufige, jedoch gute Stimmungswerte jenseits von 130 Punkten vorherrschten, hat sich das Hotelklima seit Anfang des Jahres aus diesem Kreis verabschiedet und liegt nun bei 115,0 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entsprach dies einem Rückgang um rund 11,1 Prozent.

Schlusslicht bleibt das Handelsklima

Noch intensiver fiel diese Entwicklung mit einem Rückgang um 24,4 Prozent nur beim Handelsklima aus, das mit 74,0 Punkten weiterhin das Schlusslicht markiert. Ein vergleichbar niedriges Niveau gab es zuletzt im September 2009. Nachdem sich die Stimmung der befragten Immobilienexperten über das Jahr 2017 indifferent um 100 Punkte bewegt hat, scheint sich diese laut Deutscher Hypo seit Jahresanfang in einer zunehmend dynamischen Abwärtsspirale zu befinden.

Kommentar von Sabine Barthauer, Mitglied des Vorstands der Deutschen Hypo:
 „Erstaunlich: Da erleben wir einen super Sommer 2018 – mit Temperaturen konstant oberhalb der 30 Grad-Marke und eitel Sonnenschein. Außerdem registrieren wir, dass zum einen das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr in Deutschland mit rund 25,1 Milliarden Euro nur minimal unter dem Rekordwert des Vorjahres liegt und die europäische Immobilienkonjunktur Reecox zuletzt wieder angezogen hat. Dennoch ebbt die Stimmung ab: Das Deutsche Hypo Immobilienklima fällt im August um satte 4,4 Prozent. Es ist der vierte Rückgang in Folge. Unsere Branche zeigt sich aktuell eher skeptisch.“

Schlagworte zum Thema:  Marktanalyse, Investment