Der Deutsche-Hypo-Index hat im Juni im Vergleich zu Mai erneut um ein Prozent nachgegeben und liegt nun bei 128,4 Punkten. Gedrückt ist die Stimmung vor allem beim Handelsklima (minus 5,6 Prozent; 84,3 Punkte). Grund ist die Sorge um einen Handelsstreit. Auf Wachstumskurs bleiben das Wohn- (plus 2,4 Prozent; 152 Punkte) und das Hotelklima (plus 0,8 Prozent; 123,4 Punkte). Weiter auf Talfahrt ist auch die Immobilienkonjunktur, dargestellt über den neuen Index Reecox.

Auch die Stimmung beim Büroklima (minus 1,2 Prozent; 145,2 Punkte) und Logistikklima (minus 0,2 Prozent; 140,6 Punkte) ging leicht zurück. Zwar erleiden damit drei der fünf Segmente Stimmungseinbußen, doch die Talfahrt des Handelsklimas war bereits in der Mai-Befragung zum Immobilienklima auffallend. Immer mehr Immobilienexperten bewerten diesen Bereich zunehmend kritischer. 

Mit aktuell 128,4 Punkten liegt der Wert von Juni nur noch knapp oberhalb des Standes von Dezember 2014. Maßgeblich für die Gesamtindex-Entwicklung ist laut Deutsche Hypo die konservative Einschätzung des Investmentklimas: Der Zählerstand fiel hier um 1,8 Prozent auf einen Wert von 128,7 Punkten. Auch das Ertragsklima ist weiter gesunken: um 0,3 Prozent auf 128,1 Punkte.

Reecox: Europäische Immobilienkonjunktur sackt ab

Auch die Immobilienkonjunktur Deutschlands, dargestellt über den neuen Real Estate Economy Index (Reecox) von Deutscher Hypo und Bulwiengesa, ist im ersten Quartal 2018  weiter um 2,6 Prozent abgesackt. Damit positioniert sich Deutschland im Mittelfeld, was den Rückgang betrifft, aber an erster Stelle, was das Gesamtniveau angeht.

Neben Deutschland zeigt der Reecox auch die Immobilienkonjunkturen von Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Polen auf. Ende 2017 erreichte die europäische Immobilienkonjunktur mit einem Euro-Score von rund 250 ihr Allzeithoch. Damit markierte der Performanceindikator für die wichtigsten europäischen Immobilienmärkte den Endpunkt einer Rallye, die seit 2012 nahezu ununterbrochen nach oben führte. Zum ersten Quartal 2018 zeigen sich nun erstmals Anzeichen einer nachlassenden Tendenz.

Aktuell liegt der Euro-Score des Reecox bei 241,6 Zählerpunkten. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 2017 und entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent (8,1 Punkten) im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres. Ein eindeutiger Treiber für den Rückgang ist auf den ersten Blick nicht klar zu identifizieren. Alle betrachteten Länder zeigen im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorquartal eine negative Entwicklung. Mit minus 4,2 Prozent fällt sie zwischen Dezember 2017 und März 2018 in Großbritannien am stärksten aus, dicht gefolgt von Frankreich mit minus 3,9 Prozent. Am stabilsten hat sich Polen entwickelt, wo die Immobilienkonjunktur nur um 0,1 Prozent gesunken ist. Die Niederlande präsentieren sich mit minus 1,7 Prozent noch überdurchschnittlich.