Deutsche Hypo: Immobilienklima sinkt auf Stand von 2012

Im Mai sah es so aus, als würde sich der Deutsche Hypo Immobilienklima-Index stabilisieren, doch die befragten Immobilienexperten bewerten den Markt im Juni wieder deutlich negativer. Mit einem Rückgang um 3,1 Prozent auf 117,1 Punkte ist der niedrigste Stand seit November 2012 erreicht.

Das Immobilienklima nimmt damit mittlerweile seit vier Monaten in Folge ab. Auch im Mai hatte sich die Lagebeschreibung der Immobilienmarktakteure im Deutsche-Hypo-Index gegenüber April schon verschlechert. Der Grund für die schlechte Stimmung im Juni ist laut Deutsche Hypo vor allem das Ertragsklima: Der Teilindex hat mit einem Minus von 4,3 Prozent doppelt so stark verloren wie der Teilindikator für Investments, der mit einem Rückgang um zwei Prozent noch vergleichsweise moderat verliert.

"Die Entwicklung ist ein Warnsignal. Die Alarmglocken schrillen bei mir allerdings noch nicht. Dafür präsentieren sich die Immobilienmärkte weiterhin in zu guter Verfassung." Sabine Barthauer, Vorstandsmitglied der Deutschen Hypo

Die Experten seien sich aber bewusst, dass der Immobilienzyklus nicht "ewig so weiterlaufen" könne, meint Barthauer: "Doch welche Schlüsse wir daraus ziehen, ist… genau: eine Gefühlsfrage."

Wohnklima bricht deutlich ein

Nur ein Segment hat überhaupt zulegt: Der Hotelimmobilienmarkt, und zwar um leichte 0,5 Prozent. Der Einzelhandelsmarkt zeigt sich im Juni stabil mit 69,5 Punkten (plus/minus 0,0 Prozent). Beim Büroimmobilienmarkt sinkt der Index um 3,3 Prozent auf 134 Punkte.

Das Wohnklima bricht um 7,1 Prozent regelrecht ein und erreicht den niedrigsten Wert seit April 2010 mit 135 Punkten. Damit verliert das Wohnklima erstmals seit April 2018 wieder die Spitzenposition. Man kann spekulieren, inwiefern Themen wie per Gesetz geregelte Mietendeckel einen Einfluss auf die von Barthauer zitierte Gefühlslage von Investoren haben.

Neuer Spitzenreiter ist nach absoluten Index-Werten das Logistikklima: Doch auch hier ist der Rückgang mit einem Minus von 3,6 Prozent auf 138,6 Punkte spürbar. Die Assetklasse profitiert lediglich vom schlechten Abschneiden der anderen Segmente.


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