| F+B-Wohn-Index Deutschland

Deutliches West-Ost-Gefälle bei der Mietpreisentwicklung

Mietentwicklung nach Landeshauptstädten
Bild: F + B

Im Vergleich zur Jahresmitte 2012 sind in Deutschland die Mieten und Preise für Häuser und Wohnungen durchschnittlich um insgesamt drei Prozent gestiegen. Dabei weist die Marktmietenentwicklung ein deutliches West-Ost-Gefälle auf. Das ist ein Ergebnis des F+B-Wohn-Index.

Mit einem Plus von 5,8 Prozent haben Eigentumswohnungen dabei die höchsten Steigerungsraten zu verzeichnen. Die Eigenheimpreise stiegen im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent. Die Mieten entwickelten sich insgesamt etwas moderater. Bei Neuvermietung sind aber um 2,1 Prozent höhere Mieten zu zahlen als vor einem Jahr, während sich die Bestandsmieten um lediglich ein Prozent erhöhten. Mietdeckelungen, die gegenwärtig diskutiert werden, brächten somit nur für einen Teil der Wohnungen einen gewissen Effekt.

Weit überdurchschnittliche Steigerungen in Berlin und Hamburg

Die Mietenentwicklung verlief dabei zum Teil sehr unterschiedlich. Betrachtet man die Veränderungen der Neuvertragsmieten in den Ländern, welche rund zehn Prozent des Wohnungsbestands betreffen, so haben die beiden Stadtstaaten Berlin (3,5 Prozent) und Hamburg (2,5 Prozent) sowie Bayern (3,1 %) und Baden-Württemberg (2,5 %) überdurchschnittliche Steigerungen zu verzeichnen.

Knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 2,1 Prozent folgen Rheinland-Pfalz (1,9 Prozent), Hessen und Bremen (jeweils 1,8 Prozent). In den ostdeutschen Ländern und in Nordrhein-Westfalen werden bei Neuvermietung Mietpreissteigerungen von unter einem Prozent registriert.

Die Bestandsmieten haben sich weniger stark erhöht. Sie stiegen um durchschnittlich ein Prozent. Überdurchschnittliche Steigerungen verzeichnen auch hier Berlin, Hamburg und Bayern. Mieter zahlen im Bestand gegenwärtig im Schnitt 6,37 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für eine zehn Jahre alte 70-Quadratmeter-Wohnung.

Die Marktmieten bei Neuvermietung liegen um 44 Cent beziehungsweise knapp sieben Prozent darüber bei 6,81 Euro pro Quadratmeter. Die größten Unterschiede werden für Bayern (0,83 €/m²) und Baden-Württemberg (0,58 €/m²) sowie für Hamburg (1,39 €/m²) und Berlin (0,72 €/m²) festgestellt. In Hamburg müssen Mietinteressenten durchschnittlich also 17,5 Prozent mehr für die neue Wohnung kalkulieren. Mit elf bis zwölf Prozent sind die Differenzen in Bayern und Berlin ebenfalls zweistellig.

Nachgefragte Großstädte mit vergleichsweise höheren Neumieten

In den Landeshauptstädten sind die Steigerungsraten und Differenzen höher als die Durchschnittswerte für das gesamte Land. Neben Berlin und Hamburg reihen sich mit überdurchschnittlichen Mietpreissteigerungen im Vorjahr Stuttgart (4,6 Prozent) und München (4,1 Prozent) ein. Aber auch in Hannover, Mainz und Dresden stiegen die Neuvertragsmieten mit 2,3 bis 2,8 Prozent etwas stärker als im Bundesdurchschnitt an (2,1 Prozent). Die Bestandsmietenveränderungen liegen dagegen etwa jeweils beim Länderniveau.

Die höchsten Bestands- und Neuvertragsmieten werden wie schon seit Jahren für München ermittelt. 11,09 Euro pro Quadratmeter zahlen die Münchner im Schnitt für ihre Wohnungen. Nach einem Umzug in eine neue Wohnung hätten sie 15,2 Prozent mehr, also 12,78 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Mit etwa zehn bis elf Prozent höheren Neuvertragsmieten müssten Umzugswillige ebenfalls in Mainz, Stuttgart, Düsseldorf und Potsdam rechnen.

Bei erheblich geringerem Mietenniveau liegen Bremen, Wiesbaden, Kiel, Hannover und Erfurt mit Neuvertragsmieten zwischen 5,80 und 8,60 Euro pro Quadratmeter und Differenzen zu den Bestandsmieten von 6,5 bis knapp neun Prozent.

Die Top 50 der Preise für Eigentumswohnungen

Der Großraum München liegt bei den Eigentumswohnungspreisen nach wie vor an der Spitze der Rangliste. Allein sieben der Top-10-Städte liegen in diesem Gebiet. Neben München mit durchschnittlich 4.360 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sind in Garmisch-Partenkirchen 3.510 Euro pro Quadratmeter zu kalkulieren und in Germering, Dachau und Freising zwischen 2.960 und 3.200 Euro pro Quadratmeter. Dieses hohe Preisniveau weisen auch Konstanz (3.240 €/m²), Freiburg im Breisgau (3.150 €/m²) und auf Platz 10 Hamburg mit einem Durchschnittspreis von zurzeit 2.930 Euro pro Quadratmeter auf.

Die Top 50-Rangliste wird ferner dominiert von Frankfurt/Main (2.750 €/m²) und Umgebung, darunter Bad Homburg (2.490 €/m²), Darmstadt (2.390 €/m²) und den Landeshauptstädten Wiesbaden (2.290 €/m²) und Mainz (2.350 €/m²). Ein ähnliches Preisniveau wird für den Raum Stuttgart registriert, hier kosten Eigentumswohnungen in Stuttgart im Durchschnitt 2.590 Euro pro Quadratmeter und beispielsweise in Leinfelden-Echterdingen 2.410 Euro pro Quadratmeter sowie in Ludwigsburg 2.360 Euro pro Quadratmeter.

Neben weiteren Städten in Bayern, Baden-Württemberg und im Taunus zählen zu den Top 50 der Städte mit den höchsten Preisen für Eigentumswohnungen in Deutschland die Großstädte Düsseldorf (2.470 €/m²), Münster (2.380 €/m²) und Köln (2.250 €/m²) in Nordrhein-Westfalen. Berlin belegt zwar keinen der Spitzenplätze (Rang 127), die Preise sind mit durchschnittlich 1.880 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise moderat. Gemessen an der Entwicklung seit Mitte 2012 gehört die Hauptstadt aber mit +8,8 Prozent zu den Metropolen mit der höchsten Preisdynamik. In Mainz und Wiesbaden stiegen die Preise im vergangenen Jahr um rund 6,5 Prozent, in München um knapp 8 Prozent, in Hamburg legten die Preise um 7,4 Prozent zu und in Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Köln um 4 bis 7,3 Prozent.

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