| Destatis/Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Umsatz am Bau auf neuem Rekordwert seit 1999 – deutlichste Zuwächse im Wohnungsbau

Im August waren laut Bauindustrie zusätzliche Arbeitstage am Umsatz beteiligt
Bild: Corbis

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im August nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Vergleich zum Vorjahr nominal um 12,4 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Ein höherer Wert im August sei zuletzt im Jahr 1999 mit 6,9 Milliarden Euro erreicht worden. Das Bauhauptgewerbe meldet einen Anstieg des Umsatzes im Vergleich zu August 2015 von nominalen 12,4 Prozent und prognostiziert weiteren Aufschwung, vor allem im Wohnungsbau.

Saisonbereinigt gingen die Aufträge im Vergleich August 2016 zu Juli 2016 um 2,2 Prozent zurück. Im Dreimonatsvergleich nahm das Volumen der saisonbereinigten Auftragseingänge von Juni bis August 2016 gegenüber März bis Mai 2016 um 3,3 Prozent ab. Im Verhältnis zu den ersten acht Monaten 2015 stiegen die Auftragseingänge in den ersten acht Monaten 2016 nominal um 16,9 Prozent (Bauhauptgewerbe: 7,7 Prozent), preisbereinigt um 15 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Umsatz- und Orderplus zweistellig

Untersucht wurde der Umsatz des Bauhauptgewerbes in Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten. Dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie verdankt die Branche den nominalen Umsatzzuwachs den zusätzlichen Arbeitstagen, die den Unternehmen im August dieses Jahres mehr zur Verfügung standen als im vergleichbaren Vorjahresmonat.

Die aktuelle Geschäftslage beurteilt die Branche positiv:

Click to tweet

wie der ifo Konjunkturtest zeigt, nur jeder zehnte bewertet die Lage als schlecht – so wenige wie noch nie. Die Nachfrage nach Bauleistung sei weiter ungebrochen hoch, sagt auch Destatis. Der vom Statistischen Bundesamt berechnete preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigte Rückgang des Auftragseingangs von 2,2 Prozent zum Vormonat sei nicht Ausdruck einer sich abschwächenden Baukonjunktur, sondern die Folge des hohen Auftragsniveaus.

Baugenehmigungen entwickeln sich dynamisch

Wachstum gab es in allen Bausparten, wie die Bauindustrie meldet. Doch die deutlichsten Zuwächse wurden weiterhin im Wohnungsbau erzielt: Die Baubetriebe meldeten im August ein Umsatz- und Orderplus von 16,7 beziehungsweise 20,3 Prozent (Januar bis August: plus 14,5 beziehungsweise plus 18,4 Prozent).

Auch die Baugenehmigungen entwickelten sich weiter dynamisch: In den ersten acht Monaten wurde laut Destatis der (Neu- und Um-)Bau von 245.325 Wohnungen genehmigt. Das sind 25,1 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum und so viele wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Besonders stark ist die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern – die Neubaugenehmigungen legten um 27,5 Prozent auf 108.850 Wohnungen zu.

Skeptisch zu den Zahlen bei den Baugenehmigungen äußerten sich im August wichtige Branchenverbände: Die meisten Wohnungen wurden in Wohnheimen genehmigt, was den angespannten Wohnungsmarkt mittelfristig nicht entlaste.

Schlagworte zum Thema:  Bauindustrie, Wohnungsgenehmigungen, Umsatz, Bau, Bauauftrag, Auftragseingang, Bauhauptgewerbe

Aktuell

Meistgelesen