05.10.2015 | Deloitte-Report

Schwach ausgeprägte Innovationskultur in der Immobilienbranche

Mit Themen wie Big Data setzen sich vor allem Berater und Ingenieure auseinander.
Bild: Dr. Niko Waesche, Präsentation auf der Big-Data-Konferenz 2014

Die Branche hinkt bei Innovationen hinterher. Das zeigt eine Studie von Deloitte, dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) und dem Institut für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. Nur etwas mehr als die Hälfte der 150 befragten Unternehmen fördern Themen wie Smart Home, Big Data oder Online-Plattformen. Die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft ist Schwerpunktthema auf der diesjährigen Expo Real.

Treiber dieser Themen sind Investoren, Projektentwickler und Asset Manager. Dagegen schätzen lediglich 38 Prozent der Makler ihre Innovationskraft positiv ein.

"Die gesamte Branche muss ihre Strategie den neuen Marktbedingungen anpassen. Neue, digitale Vermarktungsmodelle für Vermietung, Investments und Auktionen können das bestehende Portfolio ergänzen und die Zukunftsfähigkeit sichern“, so Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte.

Etwa die Hälfte (51,1 Prozent) der Unternehmen weisen institutionalisierte Innovationsprozesse auf. Die Erfolge ihrer Prozesse messen diese Firmen hauptsächlich anhand von Produktivitäts- und Umsatzsteigerungen. Mit Themen wie Big Data und Smart Home setzen sich vor allem Berater und Ingenieure auseinander. Das bestätigt auch das Ranking der erfolgreichsten Umsetzung von Innovationen, das von (Spezial-) Beratern und Ingenieuren angeführt wird. Makler belegen den vorletzten Platz.

Online-Marktplätze: Makler sehen Risiken, aber auch Potenziale

In Online-Marktplätzen und Big Data sehen Makler gleichzeitig Risiken und Potenziale. Die Gefahr besteht für sie darin, dass Informationen zu relevanten (Käufer-)Daten und Objekten zukünftig auch öffentlich zugänglich sein könnten.

Wenn andere Anbieter diese Daten ebenfalls nutzen, würden Margen und Marktanteile der Makler sinken. Regionale Vorteile und Kenntnisse wären dann nicht mehr wettbewerbsentscheidend. Andererseits könnten Makler jedoch auch selbst als Plattform agieren und die relevanten Daten zu Objekten und Interessenten nutzen.

Immobilienunternehmen gehen davon aus, dass die Branche in den kommenden zehn Jahren vor allem von der demografischen Entwicklung, der Nachhaltigkeit und der Digitalisierung geprägt wird. Smart Home könne dabei sowohl technologische als auch nachhaltige Trends vereinen und neue Innovationen in der Branche mit sich bringen.

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Schlagworte zum Thema:  Immobilienbranche, Innovation, Digitalisierung, Expo Real, Immobilienwirtschaft

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