DDIV-Branchenbarometer 2019: Probleme bei Digitalisierung

Eine zu niedrige Honorierung der Leistungen und nach wie vor eine nur schleppend vorangehende Digitalisierung: Das sind die beiden Hauptprobleme der Verwalterbranche, die das aktuelle DDIV-Branchenbarometer identifiziert hat.

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) hat bereits zum siebten Mal Verwalter befragt, um ein Bild der Verwalterbranche und deren Tätigkeiten zu gewinnen. 370 Verwaltungsunternehmen haben in diesem Jahr an der Umfrage teilgenommen.

Als ein Kernpunkt der diesjährigen Befragung wird die niedrige Verwalterhonorierung angesehen. Laut den Ergebnissen sind die Regelsätze der deutschen Immobilienverwaltungen im Jahr 2018 lediglich um inflationsbereinigte 2,3 Prozent für im Bestand betreute Eigentumswohnungen gestiegen. Damit werden monatlich 21,02 Euro pro verwaltete Einheit umgesetzt. Etwas besser sah es in der Mietverwaltung aus. Dort wuchsen die Honorare im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent auf 24,05 Euro je Einheit und Monat. Damit nahmen die Entgelte in diesem Bereich laut DDIV seit 2010 zwar insgesamt um 25,3 Prozent zu, inflationsbereinigt entspreche das aber nur einer jährlichen Steigerung von 1,7 Prozent.

DDIV fordert bessere Vergütung

Der DDIV fordert deshalb, dass die Vergütungssätze deutlicher steigen müssen, sonst könnten notwendige Prozesse zur Qualitätssicherung und -steigerung nicht erfolgen. Eine mindestens ebenso große Rolle werde die Prozessoptimierung im Unternehmen einnehmen.

"Wer diese beiden Komponenten nicht ausreichend in der Unternehmensentwicklung beachtet, hat es zukünftig sehr schwer, am Markt mit Qualität zu bestehen." DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler

Ziel des DDIV werde es daher weiter sein, nachdrücklich für eine verbesserte Bezahlung der Dienstleistung einzutreten. Das gelte gleichermaßen für Unternehmen wie für Verbraucher, betont der DDIV-Geschäftsführer, denn "dem Eigentümer muss klargemacht werden, dass er nur bei leistungsgerechter Vergütung eine adäquate Leistung erwarten kann."

Schnittstellenproblematik als Hemmnis der Digitalisierung

Beim Thema Digitalisierung hat das DDIV-Branchenbarometer die Schnittstellenproblematik als größtes Hemmnis in Bezug auf den Einsatz von digitalen Lösungen in der Immobilienverwaltung identifiziert. Denn oftmals lasse sich die ERP-Software der Unternehmen nicht ohne weiteres in die digitalen Funktionen anderer Anbieter integrieren, wie 67,6 Prozent der Umfrageteilnehmer angaben.

"Mit der Lösung der Schnittstellenproblematik steht und fällt die Digitalisierung der Branche." DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler

Der DDIV habe deshalb im Rahmen seiner "Arbeitsgruppe Digitalisierung" kürzlich eine breit angelegte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die Potenziale und Voraussetzungen eines einheitlichen Branchenstandards identifizieren soll, so Kaßler.

Aber die Umfrage zeigt auch: Bis zu 69,5 Prozent der Befragten sind vom Potenzial digitalisierter Lösungsansätze zur Vereinfachung von Dokumentenverwaltung und Archivierung, beim Schriftverkehr oder der Kundenkommunikation überzeugt. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer denken zudem, dass ihre Tätigkeit durch den Einsatz professioneller Verwaltungssoftware noch effektiver wird.

Geschäftsfeld Sonderverwaltung rückläufig

Das aktuelle Branchenbarometer verdeutlicht zudem, dass die Wohneigentums- und Mietverwaltung mit einem Anteil von 95,9 Prozent beziehungsweise 80,5 Prozent weiterhin die Haupttätigkeitsfelder der Branche darstellen. Gleichzeitig nimmt die Maklertätigkeit mit einem Anteil von 42,4 Prozent zu. Der Bereich Facility Management bleibt mit einem Anteil von 11,1 Prozent konstant, während das Geschäftsfeld Sondereigentumsverwaltung an Bedeutung verloren hat. Nur noch 63,5 Prozent der befragten Unternehmen sehen hier einen Tätigkeitsschwerpunkt. Im Vorjahr waren es noch 73,3 Prozent.


Das könnte Sie auch interessieren:

DDIV-Branchenbarometer 2018: In WEGs wird weniger saniert, Vermittlung wird wichtiger

DDIV-Arbeitsgruppe Innovation & Digitalisierung will Plattform bieten

Fachkräftemangel: Sterben die Verwalter aus?

Schlagworte zum Thema:  Immobilienverwaltung, Digitalisierung