Flexible Arbeitsplatzkonzepte erobern den deutschen Büromarkt. Das zeigt eine Studie von Savills zu innovativen Nutzungsmodellen. Neben traditionellen Business Centern und Coworking Spaces etablieren sich auch Hybrid-Modelle "als die jüngste der drei Formen", sagt Matthias Pink, Director / Head of Research bei Savills Germany. "Die Arbeitsplatzkonzepte unterscheiden sich maßgeblich in Größe, Standort, Preis und der Community."

Bei Business Centern liegt der Schwerpunkt der Studie zufolge auf der Vermietung hochwertig ausgestatteter Einzel- und Teambüros, ergänzt um Büroservices. Coworking Spaces bieten hingegen Arbeitsplätze in Open-Space-Bereichen. Die dritte Kategorie der Hybrid-Modelle verbindet die beiden ersten Konzepte, wie sie von WeWork angeboten werden.

Ausgeprägte Wachstumsbestrebungen bei Hybrid-Modellen

Business Center sind an rund 120 Standorten in Deutschland zu finden, Anbieter sind unter anderem Regus und ABC Business. Deutlich fragmentierter ist der Markt der Coworking Spaces. Laut Savills-Analyse sind 300 Betreiber an etwa 350 Standorten in Deutschland vertreten.

"Unter den zehn größten Anbietern von flexiblen Workspaces in Deutschland findet sich kein einziger Betreiber von Coworking Spaces", kommentiert Marcus Mornhart, Managing Director / Head of Agency Germany bei Savills. "Die Betreiber dieses Typs agieren zum Teil semiprofessionell und streben meist keine Expansion an."

Im Wachstum begriffen seien hingegen Hybrid-Modelle. Aktuell zählt Savills in Deutschland 70 Standorte. "Ihre Zahl steigt jedoch am schnellsten", so Mornhart weiter. Fast alle der etwa 20 für die nächsten Monate angekündigten Standorteröffnungen seien Mischkonzepte,die sowohl separate Büros als auch Schreibtische in offenen Bereichen vermieten.

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Business Center und Hybrid-Konzepte konzentrieren sich auf Größstädte

Anbieter von Business Centern und Hybrid-Konzepten haben laut Savills kommerzielle Ziele stärker im Blick als die Betreiber von Coworking Spaces. Das spiegelt sich auch in Flächen, Preisen und Standortwahl wider. Hybrid-Standorte sind mit durchschnittlich 3.000 Quadratmetern wesentlich größer als Coworking Spaces mit 600 Quadratmetern. Hier ist ein Schreibtisch zumeist schon ab 100 bis 150 Euro pro Monat zu haben, in den anderen beiden Segmenten kostet er in der Regel 300 Euro und mehr. Coworking Spaces sind in rund 100 Gemeinden vertreten, sowohl in A-Städten als auch in sehr kleinen Städten.

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Business Center und Hybrid-Konzepte konzentrieren sich hingegen bei der Standortwahl auf Großstädte. 90 Prozent aller Hybrid-Angebote und drei Viertel der Business Center befinden sich in den sieben A-Städten. „Hier wird sich demnächst beobachten lassen, wie sich die rasante Expansion der Hybrid-Anbieter auf die beiden anderen Segmente auswirken wird.

"Ob es zu einer Marktbereinigung kommt, dürfte sich vor allem in Berlin zeigen, wo allein rund 100 flexible Workspaces angesiedelt sind", sagt Pink.

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