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Hoteldeals gehen um 62 Prozent zurück

Transaktionsvolumen nach Quartalen in Millionen Euro
Bild: Colliers

Im ersten Quartal 2014 wechselten auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt Colliers zufolge Hotels für rund 225 Millionen Euro den Eigentümer. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang der Transaktionen um 62 Prozent. JLL spricht von 193 Millionen Euro, die zwischen Januar und Ende März flossen. Kurz vor Abschluss stehende Großdeals lassen jedoch eine Belebung ab zweitem Quartal erwarten.

Sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite waren überwiegend internationale Investoren aktiv. Mit rund 149 Millionen Euro entfielen etwa zwei Drittel des Transaktionsvolumens auf Käufer mit Sitz außerhalb Deutschland. Auf Verkäuferseite lag ihr Anteil bei 52 Prozent und 118 Millionen Euro. Rund 213 Millionen Euro flossen in Hotels mit einem Volumen von mehr als fünf Millionen Euro. Zu den größten Transaktionen des noch jungen Jahres gehören jene des 2009 eröffneten "Eurostars Grand Central Hotels" in München an einen Privatinvestor sowie des 2013 eröffneten "Steigenberger Intercity-Hotel in Leipzig" für mehr als 20 Millionen Euro an den" Hotel Real Estate Fund I" von Internos Global Investors.

Trotz steigender Zahl an Projekten werden überwiegend Bestandsimmobilien verkauft
Der Anteil von etablierten Bestandshotels am Transaktionsvolumen lag mit 85 Prozent (192 Millionen Euro) auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr, obwohl die Zahl der Projektentwicklungen zunimmt. Etwa 83 Prozent des Transaktionsvolumens entfielen auf 3- und 4-Sternehotels, während Hotels aus dem Luxussegment ebenso wie Budgethotels für rund 16 Millionen Euro den Besitzer, was jeweils rund sieben Prozent Marktanteil entsprach.

Hoher Anteil privater Investoren

Private Investoren und Family Offices sicherten sich im ersten Quartal insgesamt acht Hotels für rund 113 Millionen Euro. Mit 57 Millionen Euro investierten Corporates und Eigennutzer nur etwa die Hälfte der Privatanleger in sieben Hotels. Offene Immobilienfonds und Immobilien-Spezialfonds kauften zwei Hotels für rund 39 Millionen Euro ein.

Auf Verkäuferseite trennten sich Corporates und Eigennutzer für 81 Millionen Euro, Projektentwickler für 50 Millionen Euro sowie offene Immobilienfonds und Spezialfonds für 27 Millionen Euro von deutschen Hotels.

Ausblick: Große Transaktionen werfen ihre Schatten voraus

Ab dem zweiten Quartal erwartet Colliers eine deutliche Steigerung der Transaktionen, da bei mehreren großvolumigen Verkäufen ein Ende der langwierigen Verhandlungen absehbar scheint. Alleine zwei Portfolios kommen zusammen auf ein Volumen von etwa 800 Millionen Euro. Dazu kommen noch etliche weitere, sich derzeit in konkreten Verhandlungen befindliche Einzelobjekte und Portfolios mit einem Volumen zwischen 20 und 60 Millionen Euro.

Die meisten Investoren sind hauptsächlich an A-Lagen wie München und Frankfurt interessiert, aber auch die B-Lagen wie Freiburg und Essen werden immer stärker favorisiert.

JLL: Große Portfoliotransaktionen blieben aus

Laut JLL lagen Interesse und Nachfrage nach wie vor auf hohem Niveau. Es seien einige Objekte im dreistelligen Millionenbereich im Markt, Portfoliodeals und Einzeltransaktionen, deren Abwicklung einfach mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wenn diese Transaktionen realisiert werden, könnte am Ende ein ähnlich gutes Ergebnis wie im Vorjahr erreicht werden, auf jeden Fall deutlich über dem 10-Jahresschnitt von 1,2 Milliarden Euro.

Insgesamt waren im ersten Quartal 2014 zwölf Deals zu notieren, elf Einzeltransaktionen (Q1 2013: 12 Einzeltransaktionen) und eine Portfoliotransaktion. Das Volumen der Einzeltransaktionen summierte sich auf rund 184 Millionen Euro und lag damit über den 137 Millionen Euro, die der 10-Jahresschnitt ausweist. Unter anderem wurde das Crowne Plaza Hotel in Wiesbaden sowie das InterCityHotel in Leipzig verkauft. Beide Käufe zeigen, dass Sekundärmärkte weiter in den Fokus von Investoren rücken.

Woran es im ersten Quartal des laufenden Jahres allerdings gemangelt hat, macht der Blick auf die Top-3-Deals und der Vergleich mit dem Vorjahr ganz deutlich: Während die Addition der drei größten Transaktionen in 2013 400 Millionen Euro ergibt, kommt der aktuelle Vergleichszeitraum auf lediglich 87 Millionen Euro, basierend auf drei Einzeltransaktionen.

Deutsche Investoren haben mit fünf von zwölf Transaktionen insgesamt rund 61 Millionen Euro generiert, ein Jahr zuvor waren sie bei neun von zwölf mit zirka 220 Millionen Euro beteiligt. Eine Entwicklung hin zu mehr Engagements internationaler Investoren, bis dato aus Großbritannien, Russland, Israel, Frankreich, Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA, könnte sich in den kommenden Monaten verfestigen. Im Fokus der Investoren stehen dabei sowohl bei einheimischen wie ausländischen Investoren Upscale und Budget-Hotels und vor allem auch Portfolien sowie Transaktionen von betreiberfreien Hotels.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Hotelimmobilie

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