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Hotelmarkt: Portfoliodeals steigern Investmentvolumen auf Rekordniveau von zwei Milliarden Euro

Im ersten Quartal waren Einzeldeals dominierend, im zweiten Quartal wurde mit Hotelpaketen mehr Umsatz gemacht
Bild: Meyhome ⁄

Am deutschen Hotelmarkt wurden im ersten Halbjahr 2016 laut CBRE und JLL rund zwei Milliarden Euro investiert, was JLL zufolge einem Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und einem neuen Rekordwert entspricht, während CBRE ein Plus von 39 Prozent errechnete. Im Portfolio-Segment wurde laut JLL mit elf Transaktionen ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro verzeichnet und damit das Ergebnis im ersten Halbjahr 2015 fast verdoppelt.

Im Gegensatz zum ersten Quartal 2016, in dem Einzeltransaktionen überwogen, trugen CBRE zufolge vor allem zwei Portfoliotransaktionen im zweiten Quartal 2016 maßgeblich zum gestiegenen Transaktionsvolumen bei.

Dass es gegenüber dem ersten Quartal deutlich weniger Einzeltransaktionen gab, sieht auch JLL so. Der Rückgang der Einzeltransaktionen hat demnach nicht auf einer Abkühlung des Investoreninteresses beruht, sondern insbesondere auf dem Missverhältnis von Nachfrage und Angebot. Die Auswahl sei begrenzt.

Durchschnittliche Dealgröße steigt stark an

Im ersten Halbjahr 2016 wechselten nach Angaben von CBRE insgesamt 63 Hotelobjekte die Eigentümer, davon 51 Hotels im Rahmen von Einzeltransaktionen. So hat etwa Patrizia im Februar in das Mélia-Hotel im Leipziger „Kosmos Ensemble“ investiert. Die durchschnittliche Transaktionsgröße kletterte von 13 Millionen Euro auf 32 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um rund 150 Prozent.

JLL registrierte im ersten Halbjahr 27 Einzeltransaktionen mit einem Volumen von etwa 800 Millionen Euro. So kaufte etwa Union Investment im März das Hyatt Place Hotel am Frankfurter Flughafen und Hansainvest erwarb das Holiday Inn im Frankfurter Stadtteil "Gateway Gardens". Die durchschnittliche Transaktionsgröße lag bei 30 Millionen Euro. Die fünf größten Einzeltransaktionen summierten sich JLL zufolge auf 285 Millionen Euro.

CBRE zählte die zehn größten Einzeltransaktionen im ersten Halbjahr zusammen und kam auf ein Volumen von 650 Millionen Euro.

Deutsche Anleger dominieren den Markt

Gemessen an der Gesamtzahl der Transaktionen (Einzelassets und Portfolios) sind bis zur Jahresmitte rund 60 Prozent (38 Transaktionen) auf das Konto von deutschen Anlegern gegangen. Sie machten laut CBRE insgesamt 889 Millionen Euro aus. JLL geht hier nur von 21 Transaktionen aus, die auf deutsche Käufer entfallen, gemessen an der Anzahl der Transaktionen sind sie aber auch in dieser Untersuchung aktivste Käufergruppe.

Investoren aus Frankreich waren beiden Immobiliendienstleistern zufolge am aktivsten unter den ausländischen Anlegern. Laut CBRE waren letztere an 14 Transaktionen mit rund 879 Millionen Euro beteiligt, aus den USA waren es vier Transaktionen mit etwa 115 Millionen Euro.

1,6 Milliarden Euro asiatischen Kapitals wurden CBRE zufolge im Jahr 2015 in europäische Hotels investiert. Das entspricht einem Anteil von 21 Prozent am gesamteuropäischen Hotelmarkt.

Renditen weiter unter Druck

Immobilienaktiengesellschaften und REITs waren mit 16 Deals und 977 Millionen Euro gemäß CBRE die aktivste Käufergruppe, gefolgt von offenen Immobilienfonds und Spezialfonds (17 Deals, 537 Millionen Euro) und vermögenden Privatpersonen (zwölf Deals, 133 Millionen Euro).

JLL ermittelte für institutionelle Anleger insgesamt 20 Transaktionen (15 Einzeltransaktionen und fünf Portfoliotransaktionen). Demnach zeichneten diese für rund 70 Prozent des Transaktionsvolumens verantwortlich.

Aufgrund der anhaltend hohen Kapitalkraft und einem limitierten Angebot ist laut CBRE die Spitzenrendite für Hotelimmobilien weiter unter Druck geraten und beträgt nun 4,75 Prozent für erstklassige Hotelimmobilien.

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Schlagworte zum Thema:  Hotel, Hotelimmobilie, Immobiliendienstleister

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