Mit den wachsenden Datenmengen, die in Unternehmen entstehen, steigt die Nachfrage nach Rechenzentren Bild: Corbis

Der Frankfurter Markt für Rechenzentren ist in Europa führend: In keinem anderen Land wird derzeit so viel Leistung nachgefragt wie in der Mainmetropole. Das zeigt eine Analyse von CBRE. Für 2017 geht der Immobilienberater von weiterem Wachstum der Leistung aus. Dies wiederum wird neue Rechenzentren notwendig machen, auch weil die Asset-Klasse für Investoren immer interessanter werde, so Michael Daniel Dada, Senior Consultant bei der CBRE GmbH.

Rechenzentren werden vor allem aufgrund zunehmender Digitalisierung immer stärker nachgefragt. Der Frankfurter Markt hat laut CBRE im bisherigen Jahresverlauf 2016 eine neu nachgefragte Leistung von 30,3 Megawatt (MW) erreicht, davon 11,5 MW alleine im dritten Quartal. Im zweiten Quartal 2016 wurden demnach in Frankfurt am Main 10,8 MW nachgefragt.

In Frankfurt, London, Amsterdam und Paris (Platz zwei nach Frankfurt) zusammen hat die nachgefragte Leistung 2016 schon jetzt mit 79,6 Megawatt einen Rekordwert erreicht, so CBRE. Dabei entfallen allein auf das dritte Quartal 24,7 MW in diesen wichtigsten europäischen Märkten für Rechenzentren. Im Gesamtjahr 2015 wurde in den vier Metropolen zusammen mit 181 MW ein neues Rekordniveau erreicht. In diesem Zeitraum sind die Kapazitäten in Frankfurt seit dem Jahr 2011 um mehr als 50 Prozent gestiegen.

CBRE: Bis Ende 2016 wird in Europa 100-MW-Schwelle überschritten

„Wir gehen davon aus, dass sich die starken Vermietungsaktivitäten von Cloud-Dienstleistungen im vierten Quartal auf allen Märkten fortsetzen werden“, so Dada. Damit würde zum Ende des Jahres die Schwelle von 100 MW nachgefragter Leistung in Europa überschritten. Dies würde einen Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren bedeuten.

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Der große Bedarf an Rechenzentren, der von Cloud-Dienstleistungen in Frankfurt ausgehe, sei ein Zeichen dafür, dass Clouds und das Internet der Dinge ein wesentlicher Bestandteil in unserer Gesellschaft geworden sind. 

Rechenzentren-Leistung im Jahresvergleich

Angebot

Verfügbarkeit

Nachgefragte Leistung (MW, vierteljährlich)

Nachgefragte Leistung (MW, seit Jahresbeginn)

Amsterdam

Q3 2016

116

25

4,8

9,6

Q3 2015

153

27

1,0

9,0

Frankfurt

3.058

199

25

11,5

30,3

2.938

181

38

3,5

14,6

London

2.077

384

70

7,0

28,7

1.811

354

81

4,8

16,1

Paris

1.766

129

13

1,3

11,0

1.677

127

16

0,6

2,0

Europa gesamt

1.094

879

134

24,7

79,6

 

1.072

816

162

9,9

41,7

Frankfurt: Neue Rechenzentren geplant

Die noch verfügbare Leistung fiel auf 15,3 Prozent innerhalb der Top 4-Märkte – der niedrigste gemessene Wert seit Aufzeichnungsbeginn. Während diese in London (18,3 Prozent) und Amsterdam (15,2 Prozent) anstieg, fiel sie in Frankfurt (12,8 Prozent) und Paris (10,2 Prozent).

„In Frankfurt wurden dem Markt im dritten Quartal rund fünf MW durch neue Rechenzentren hinzugefügt. Für das Gesamtjahr 2016 erwarten wir rund 17,5 MW", sagt Dada. Ein Rechenzentrum in Frankfurt wird von der Zech Group für die Vodafone GmbH in Frankfurt realisiert. Die starke Nachfrage in Frankfurt lässt auch den Umfang neu bereitgestellter Leistung anwachsen.

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Insgesamt wird der kontinentaleuropäische Markt für Rechenzentren in den kommenden Jahren zunehmend an Attraktivität gewinnen, ist sich Dada sich. In Folge des Brexit-Votums würden Standorte innerhalb
der Europäischen Union gegenüber dem bisherigen Marktführer London Vorteile bieten können.

Rechenzentren: Neu nachgefragte Leistung in Europa (Stand Q3 2016)

CBRE Research Bild: CBRE Research

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