09.01.2014 | CBRE

Einzelhandelsinvestments gehen um zwei Prozent zurück

Forum Steglitz: Der Deal trug maßgeblich zum Geschehen am Berliner Markt bei
Bild: mfi Management für Immobilien

Mehr als 8,6 Milliarden Euro wurden 2013 in deutsche Einzelhandelsobjekte investiert. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Immobiliendienstleisters CBRE. Gegenüber dem Vorjahr ging das Investmentvolumen damit um zwei Prozent oder 166 Millionen Euro zurück. Shopping-Center bleiben die am stärksten nachgefragte Assetklasse, vor allem am Standort Berlin.

Die letzten drei Monate des Jahres 2013 waren dabei mit Investments von mehr als 2,6 Milliarden Euro das stärkste Quartal im Jahresverlauf. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 3,6 Milliarden Euro oder 41 Prozent des Gesamtvolumens waren Shopping-Center die dominierende Nutzungsart im Einzelhandelssegment. In diese Assetklasse wurden somit rund 17 Prozent oder 520 Millionen Euro mehr investiert als im Vorjahr.

An zweiter Stelle standen Geschäftshäuser in innerstädtischer Toplage, auf die - trotz eines Rückgangs des Investmentvolumens um neun Prozent im Vergleich zum Jahr 2012 - mit knapp 2,5 Milliarden Euro fast 29 Prozent entfielen. Mit 2,4 Milliarden Euro folgte direkt dahinter das Segment der Fachmärkte und Fachmarktzentren, die einen Anteil am Gesamtvolumen von knapp 28 Prozent auf sich vereinten. Gegenüber dem Vorjahr sank das Transaktionsvolumen in dieser Assetklasse jedoch ebenfalls um rund elf Prozent.

Einzeltransaktionen nehmen zu

Stärker als im Vorjahr wurden Einzeltransaktionen getätigt. Auf diese entfielen mit knapp sechs Milliarden Euro rund 69 Prozent des Einzelhandelstransaktionsvolumens, während es im Jahr 2012 nur 55 Prozent oder 4,9 Milliarden Euro waren.

In den fünf großen deutschen Investmentzentren Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München wurden mehr als drei Milliarden Euro in Einzelhandelsimmobilien investiert. Dies entspricht rund einem Drittel des gesamten Investmentvolumens. Gegenüber 2012 wurden rund 34 Prozent oder 770 Millionen Euro mehr in Einzelhandelsobjekte investiert. Den ersten Platz belegt trotz eines leichten Rückgangs des Transaktionsvolumens um neun Prozent die Bundeshauptstadt Berlin mit 1,1 Milliarden Euro. Geprägt wurde das Transaktionsgeschehen im Wesentlichen durch diverse Shopping-Center-Deals wie den Hallen am Borsigturm, Tempelhofer Hafen, den Gropius-Passagen und dem Forum Steglitz sowie dem Geschäftshaus N° 195 Kudamm.

Hamburg belegte mit 550 Millionen Euro (+ 56 Prozent) den zweiten Platz, Düsseldorf kam mit 500 Millionen Euro auf den dritten Platz. Im Vorjahr wurden hier vergleichsweise bescheidene 30 Millionen Euro registriert. In Frankfurt wurden mit 480 Millionen Euro rund drei Prozent mehr als im Vorjahr in Einzelhandelsobjekte investiert. Auch in München wurde mit 376 Millionen Euro mehr als doppelt so viel investiert wie im Jahr zuvor.

Ausländische Investoren investierten rund ein Viertel des Volumens

Der Anteil ausländischer Investoren am Transaktionsvolumen im Einzelhandelssegment betrug im Jahr 2013 rund 25 Prozent oder 2,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um gut 50 Prozent. Diese Entwicklung betraf weniger die Top-Investmentzentren, wo der Rückgang mit 15 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel, sondern vorrangig die Regionalstandorte und B-Standorte. Das internationale Kapital stammte mit einem Anteil am Gesamtvolumen von jeweils sieben Prozent überwiegend von US-amerikanischen sowie angelsächsischen Investoren. Französische Anleger stellten mit 528 Millionen Euro rund sechs Prozent des Investmentvolumens.

Offene Immobilien- und Spezialfonds aktivste Käufergruppe

Wie am gesamten gewerblichen Investmentmarkt entfiel der größte Anteil des Transaktionsvolumens im Retail-Segment auf Offene Immobilien-Publikums- und -Spezialfonds. Mit 2,8 Milliarden Euro investierte diese Anlegergruppe knapp ein Drittel der Gesamtsumme. Gegenüber dem Jahr 2012 erhöhte sich das durch diese Investoren angelegte Kapital somit um 144 Prozent. An zweiter Stelle folgten mit weitem Abstand Versicherungen und Pensionskassen, die mit knapp 1,4 Milliarden Euro rund 16 Prozent investierten. Den dritten Rang belegten gleichermaßen Asset- und Fondsmanager und Privatinvestoren mit jeweils rund elf Prozent. Beide Investorengruppen investierten jedoch nur rund die Hälfte ihres Vorjahresvolumens.

Auf Verkäuferseite dominierten Projektentwickler/Bauträger mit 31 Prozent sowie Asset- und Fondsmanager mit knapp 17 Prozent des Transaktionsvolumens das Marktgeschehen.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandelsimmobilie, Immobiliendienstleister

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