Das Interesse der Investoren ist nach wie vor groß, die Renditen sinken jedoch. Bild: Andreas Hermsdorf ⁄

Mit einer durchschnittlichen Spitzenrendite von aktuell 4,7 Prozent (gegenüber 5,1 Prozent im Jahr 2017) nähert sich die Entwicklung auf dem deutschen Wohnungsmarkt erstmals seit 1990 der Vier-Prozent-Schwelle. Das geht aus der aktuellen Investmentanalyse von Catella Research hervor.

Die aktuelle Entwicklung drücke sich in der sehr hohen Investorenneigung in der A-Standort-Kategorie und sehr guten Wohnlagen aus, heißt es in der neuen Catella Wohnkarte, die Daten zu 80 deutschen Standorten liefert. Neben dem Rückgang der Renditen zeigt sich eine weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnungen und ein nochmaliger Anstieg bei den Mieten. Urbanisierung, knappes Bauland und weiterhin starke Mietwohnungsnachfrage sorgen laut Catella für hohes Investoreninteresse. Projektentwicklungen können den Druck auf regionale Wohnungsmärkte nur langsam mildern.

Rendite im Ruhrgebiet und in Ostdeutschland am höchsten

Bei der Rendite wird der höchste gemessene Wert in Herne (7,1 Prozent) erzielt, gefolgt von Cottbus (7,0 Prozent) und Remscheid (6,5 Prozent). An den A-Standorten liegt München mit 2,8 Prozent Spitzenrendite vorne.

Die bayerische Landeshauptstadt ist auch Spitzenreiter bei den durchschnittlichen Mieten in sehr guten Wohnlagen (22,25 Euro pro Quadratmeter) - der geringste gemessene Wert in dieser Lagekategorie findet sich in Remscheid und Herne mit 7,12 Euro pro Quadratmeter (mittlere Lage Euro pro Quadratmeter bzw. Euro pro Quadratmeter).

Starke Mietanstiege vor allem in sehr guten Wohnlagen

Der stärkste Mietanstieg erfolgte laut Catella in den vergangenen zwölf Monaten in der Kategorie „sehr gute Wohnlagen ohne die sieben A-Standorte“ mit plus 3,35 Prozent, gefolgt von der Kategorie „sehr gute Lage in der gesamten Bundesrepublik“ (plus 3,31 Prozent). Gerade in den sogenannten sehr guten Wohnlagen der Top-7-Standorte wurde erstmals die 16 Euro-pro-Quadratmeter-Grenze im Durchschnitt überschritten, ein Euro mehr im Vergleich zum Vorjahr. Auch im bundesdeutschen Durchschnitt haben die sehr guten Wohnlagen an den 80 Standorten die 10 Euro pro Quadratmeter durchschritten.

„An dieser Entwicklung zeigt sich deutlich, dass sich die Nachfrage in Kombination mit Mietpreisanstiegen primär auf die sehr guten Wohnlagen fokussiert.“ Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella

Zwar sind auch in den mittleren Lagen die Mietpreise gestiegen (im Durchschnitt in Deutschland um plus 1,98 Prozent), der Anstieg fällt aber bei weitem nicht so stark aus. Klar sei aber auch, so Beyerle weiter, dass die deutschen Wohnimmobilienmärkte sich mehr denn je heterogener darstellten, als es in den gängigen Miet- und Preisindizes zum Ausdruck komme - sei es mit dem Aufkommen neuer Angebote in der Wohnraumtypologie („Wohntürme“) als auch in den veränderten Flächengrößen („Micro Living“). Vor diesem Hintergrund sollten auch diese Aspekte bei politisch motivierten Diskussionen zukünftig Einzug halten, fordert er.

 

 

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Marktanalyse

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