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Gewerbeimmobilienmarkt: Büroflächenumsatz in Berlin steigt um 24 Prozent

Bild: Haufe Online Redaktion

Der Berliner Markt für gewerbliche Immobilieninvestitionen hat 2015 mit einem Volumen von rund 8,3 Milliarden einen neuen deutschen Rekordwert erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche Marktbericht der TLG Immobilien AG. Das Investitionsvolumen stieg damit um 94 Prozent gegenüber 2014. Alleine die Investments am Büromarkt der Hauptstadt stiegen um 14 Prozent, der Mietflächenumsatz sogar um 24 Prozent.

"Der Berliner Büroimmobilienmarkt übertrifft derzeit alle Erwartungen und verdeutlicht die Etablierung der Stadt als wichtigen europäischen Investitionsstandort“, sagt Niclas Karoff, Mitglied des TLG-Vorstands. Auch im Einzelhandelssektor belegt die Hauptstadt bei Flächenumsatz und Transaktionen den ersten Rang.

Büroimmobilien mit höchster Zuwachsrate bei den Investments

Dominierende Assetklasse am Berliner Gewerbeinvestmentmarkt waren 2015 TLG zufolge mit einem Anteil von 54 Prozent Büroimmobilien. Das ist ein Anstieg um 14 Prozentpunkte. An zweiter Stelle folgen Einzelhandelsobjekte mit einem Anteil von 25 Prozent am Investmentmarkt der Hauptstadt. Der drittgrößte Investmentanteil von rund acht Prozent entfiel auf Hotelimmobilien.

Auch von Mieterseite herrschte eine hohe Nachfrage nach Büroimmobilien in Berlin. Dies zeigt sich im Rückgang der Leerstandsquote um 1,2 Prozentpunkte Im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr auf 3,8 Prozent. Auch das Angebot steigt, kann aber die Nachfrage nicht befriedigen: Der Büroflächenumsatz ist um 24 Prozent gegenüber 2014 auf 848.00 Quadratmeter gestiegen.

Die Spitzenmieten stiegen ebenfalls, um acht Prozent auf 24,30 Euro pro Quadratmeter im Bezirk Mitte. Das durchschnittliche Mietniveau in Berlin (gesamt) betrug zum Jahresende 14,80 Euro pro Quadratmeter.

Erfurt mit höchsten Anfangsrenditen unter ostdeutschen Metropolen

In Leipzig werden Nettoanfangsrenditen von 7,4 Prozent für Büros in Randlagen erzielt, in Dresden 7,6 Prozent. In den anderen analysierten Städten sind dagegen Renditen oberhalb von acht Prozent die Regel.

Spitzenreiter in diesem Bürosegment ist Erfurt. Hier werden in Randlagen und für Büros mit einfachem bis mittlerem Nutzwert Nettoanfangsrenditen von 8,8 Prozent erzielt. Dicht dahinter folgen Rostock mit 8,6 Prozent und Potsdam mit 8,5 Prozent.

Für Büroflächen in Innenstadtlage oder mit gutem Nutzwert können in Leipzig im Vergleich nur Renditen von 5,2 Prozent erwirtschaftet werden, in Dresden 5,4 Prozent. In den anderen drei ostdeutschen Oberzentren erwarten Investoren noch Renditen in Höhe von 6,1 Prozent in Erfurt und sechs Prozent in Rostock sowie 5,6 Prozent in Potsdam.

Potsdam: Zahl der Bürobeschäftigten steigt um 2,6 Prozent

Als Bürostandort immer beliebter wird die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam. Anziehend wirkt die Nähe zu Berlin bei deutlich niedrigeren Büromieten. Die Zahl der Bürobeschäftigten stieg in Potsdam nach Jahren der relativen Stagnation im vergangenen Jahr mit 2,6 Prozent so stark wie in keiner anderen der untersuchten ostdeutschen Städte – inklusive Berlins. Der Büroleerstand liegt bei 4,3 Prozent.

Auch auf den Büroimmobilienmärkten in den ostdeutschen Zentren Dresden, Leipzig, Rostock und Erfurt stehen laut TLG die Zeichen auf Wachstum. Da die ostdeutschen Metropolen keinen adäquaten Flächenzuwachs verzeichnen, werden vorrangig leerstehende Büroflächen abgebaut. An der Spitze liegt Leipzig mit einem Leerstandsrückgang um 6,1 Prozentpunkte seit 2011.

Einzelhandel: Transaktionsvolumen in Berlin steigt um 135 Prozent

Der Berliner Einzelhandelsimmobilienmarkt belegte 2015 in zwei Kategorien den ersten Rang: beim Flächenumsatz und beim Transaktionsvolumen. Das Transaktionsvolumen lag bei rund 2,1 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie bei der zweitplatzierten Stadt Düsseldorf mit 910 Millionen Euro. Damit hat Berlin verglichen mit 2014 einen Anstieg des Transaktionsvolumens von rund 135 Prozent verzeichnet.

Die positivsten Trends unter den ostdeutschen Städten verzeichneten Leipzig und Rostock. Für kleinere Einzelhandelsflächen in Rostock können inzwischen Spitzenmieten von 90 Euro pro Quadratmeter erzielt werden: das ist ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Leipzig verzeichnet die höchsten Spitzenmieten unter den ostdeutschen Metropolen mit 140 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Dresden mit 110 Euro pro Quadratmeter.

Rekordtransaktionsvolumen am Berliner Hotelmarkt

Das Transaktionsvolumen im Hotelsegment ist im untersuchten Zeitraum in Berlin um 85 Prozent gestiegen. Hier wird Berlin nur von München übertroffen, das 2015 mit einem Volumen von 747 Millionen Euro weiterhin Spitzenreiter unter den Top 7 auf dem Hotelinvestmentmarkt war. Die jährliche Zunahme der Übernachtungen in Berlin hat im Vergleich zu den Vorjahren zwar wieder an Tempo verloren, legte aber 2015 immer noch um 5,5 Prozent zu.

Auch die ostdeutschen Regionalzentren Dresden, Leipzig, Rostock, Erfurt und Potsdam entwickeln sich zu touristischen Magneten. Die fünf neben Berlin analysierten Städte haben im Jahr 2015 zusammengenommen rund 21 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet als noch vor fünf Jahren. Vor allem die Hoteliers in Potsdam und Erfurt verbuchten 2015 ein deutliches Plus an Übernachtungsgästen. In Potsdam stieg die Zahl um 6,7 Prozent im Vergleich zu 2014, in Erfurt um 4,8 Prozent.

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Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Berlin, Büromarkt, Gewerbeimmobilien, Immobilienmarkt

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