Bürovermietung: Leerstand weltweit auf Rekordtief

Büroflächen sind Mangelware weltweit. Laut Studien der Immobilienberater JLL und Avison Young waren bis Ende Juni 2019 auf den wichtigsten globalen Märkten nur noch 10,8 Prozent freie Büros zu finden, so wenig wie seit 2009 nicht mehr. Rege Neubauaktivitäten sollen die Lage entspannen.

Bis Ende 2019 erwartet JLL Fertigstellungen von mehr als 18 Millionen Quadratmetern Büroflächen, das wären etwa 30 Prozent mehr als Ende 2018 gebaut wurden. JLL spricht von einem "zyklischen Höchststand". Die Leerstandsquote könnte dann wieder rund 11,3 Prozent im weltweiten Durchschnitt erreichen.

Laut Avison Young wurden bis Ende Juni 2019 rund 7,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche fertiggestellt, weitere 23,5 Millionen Quadratmeter sind im Bau. Die bedeutsamste Entwicklung sei aktuell die zunehmende Verbreitung von Coworking.

"Der enormen Entwicklungspipeline steht eine starke Nachfrage gegenüber. Das gilt insbesondere für hochwertige Flächen in A-Lagen. Hier lassen sich mittlerweile historisch hohe Vorvermietungsniveaus beobachten." Mark E. Rose, CEO von Avison Young

Weitere 17 Millionen Quadratmeter Büroflächen werden nach Berrechnungen von JLL voraussichtlich 2020 fertiggestellt. In den von diesem Beratungsunternehmen untersuchten deutschen Big 7 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) sind aktuell rund 4,4 Millionen Quadratmeter Büroflächen im Bau. Besonderer Fokus liege auf Berlin (rund 1,5 Millionen Quadratmeter) und München (knapp 0,87 Millionen Quadratmeter).

Berlin mit einer der niedrigsten Leerstandsquoten weltweit

Der Leerstand ist laut JLL sowohl in Europa (auf 5,8 Prozent) als auch in den USA (auf 14,5 Prozent) weiter zurückgegangen. Im asiatisch-pazifischen Raum blieb die Leerstandsquote stabil bei 10,3 Prozent. Bis auf Stuttgart reduzierten sich die Leerstände in allen der sieben deutschen Top-Metropolen im Jahresvergleich im zweistelligen Prozentbereich: Die Spanne reicht von minus sechs Prozent in Frankfurt bis zu minus 42 Prozent in Berlin, wo die Leerstandsquote auf 1,8 Prozent sank. Damit ist Berlin de facto vollvermietet, wie auch andere Studien zeigen.

Avison Young hat sich in Deutschland auf die fünf größten Märkte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München fokussiert und errechnete für die Hauptstadt sogar eine Quote von nur 1,4 Prozent. München mit einer Leerstandsquote von 2,4 Prozent und Hamburg mit einer Leerstandsquote von 3,5 Prozent bleiben mittelfristig Vermietermärkte. Insgesamt sei die Leerstandsquote über die fünf Metropolen hinweg zwischen Ende Juni 2018 und Ende Juni 2019 um 16 Prozent gesunken, berichtet Avison Young.

Bürovermietungsmärkte weltweit robust

Das Umsatzvolumen in den 96 von JLL untersuchten Bürovermietungsmärkten ist im ersten Halbjahr 2019 im Vorjahresvergleich um fünf Prozent auf zirka 21 Millionen Quadratmeter gesunken. Für das Gesamtjahr erwartet JLL einen globalen Umsatz von 41 Millionen Euro. Das Beratungsunternehmen Avison Young, das weltweit 79 Märkte untersuchte,

Laut JLL kam der Bürovermietungsmarkt in den sieben deutschen Immobilienhochburgen im ersten Halbjahr 2019 auf ein Plus von 5,4 Prozent. Zweistellig waren die Umsatzsteigerungen nur in Stuttgart (knapp 21 Prozent) und Hamburg (knapp 15 Prozent). In Frankfurt und Köln ging es um jeweils rund acht Prozent nach oben. München verzeichnete in der JLL-Analyse mit knapp elf Prozent als einzige der untersuchten Top 7 ein Minus in der bisherigen Jahresbilanz.

Avison Young kam bei Betrachtung der fünf größten Bürovermietungsmärkte zu dem Ergebnis, dass bei den Vermietungen in der ersten Jahreshälfte 2019 ein Halbjahreshoch von 1,6 Millionen Quadratmeter erreicht wurde. Angeführt wurde das Ranking hier von München mit 421.000 Quadratmetern, gefolgt von Berlin mit 411.000 Quadratmetern.

Spitzenmieten: Dynamik lässt nach

Das Mietpreiswachstum für erstklassige Büroflächen lag laut JLL in weltweit 30 analysierten Märkten im Bereich eines Jahresdurchschnitts von 3,5 bis vier Prozent. Boston (plus 20,5 Prozent gegenüber Vorjahr) steht an der Spitze des globalen Rankings. Auch Berlin mit einem Plus von 12,7 Prozent (nach einem Wachstum von bereits 10,7 Prozent zwischen 2017 und 2018) und Singapur (plus 12,4 Prozent) zeigen ein zweistelliges jährliches Mietwachstum. Das Mietpreiswachstum könnte sich laut JLL für erstklassige Büroflächen bis zum Jahresende aufgrund zunehmender Angebots-Optionen geringfügig auf rund drei Prozent abschwächen.

In den von Avison Young betrachteten fünf größten deutschen Märkte stiegen die Spitzenmieten im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um sechs Prozent. In dieser Studie verzeichnete Berlin bei den Spitzenmieten mit einer Zunahme um elf Prozent das stärkste Wachstum.


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